Was Sie bei der Asbest-, Schimmel- und Schadstoffsanierung beachten müssen

Schadstoffsanierung_Asbestsanierung_Rathscheck Schiefer

Niemand möchte sich in den eigenen vier Wänden um die eigene Gesundheit sorgen. Dennoch müssen Hausbewohner auch heute noch vorsichtig sein, insbesondere in älteren Gebäuden. Im Laufe der deutschen Baugeschichte wurden oftmals fragwürdige und potenziell gesundheitsschädigende Materialien verwendet, die auch gegenwärtig negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Mietern und Hausbesitzern haben können.

Dazu gehören:

  • Asbest
  • Holzschutzmittel Pentachlorphenol (PCP) und Lindan
  • Rohre aus Blei
  • Formaldehyd
  • Schimmel

Der Grund für einen Großteil dieser Schadstoffbelastungen liegt meistens an der Bauweise, die zu früheren Zeiten durchaus üblich war.

Wie Schadstoffe ermitteln?

Auf den ersten Blick wird es Ihnen schwerfallen, Schadstoffe in einem Gebäude zu identifizieren. Jedoch kann schon das Baujahr darüber Aufschluss geben, welche Belastungen möglicherweise vorliegen und welche Vorgehensweise bei einer Schadstoffsanierung angebracht ist:

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Viele dieser Schadstoffe werden seit Jahrzehnten nicht mehr beim Bau verwendet. Sie können allerdings heute noch gesundheitliche Probleme hervorrufen, wenn das Gebäude nicht einer entsprechenden Schadstoffsanierung unterzogen wurde. Deswegen sollten Sie auch am besten in Erfahrung bringen, wann das letzte Mal eine umfassende Schadstoffsanierung stattgefunden hat, bevor Sie in eine Wohnung einziehen oder ein Haus kaufen.
 

Baubiologie – Was ist das? 

Um für ein sicheres Innenraumklima zu sorgen, muss mit einer Schadstoffsanierung gegen solche schadstoffhaltigen Baustoffe vorgegangen werden. Die Baubiologie ist ein wichtiger Forschungs- und Wissenschaftszweig, der sich schon seit einer Weile mit diesem Thema beschäftigt. Sie sorgt dafür, dass heutige Bauten und neue Baumethoden den Sicherheitsstandards genügen. Eine Schadstoffsanierung sollte sich dementsprechend an baubiologischen Kriterien orientieren. Gebäude können schon seit ihrer Entstehung schadstoffbelastet sein. Darüber hinaus können auch durch eine etwas länger zurückliegende Schadstoffsanierung wiederum andere Schadstoffe in den Wohnraum gelangt sein. Besonders tückisch sind gesundheitsschädigende Stoffe, die sich im Laufe der Zeit durch chemische Reaktionen aus einst völlig harmlosen Materialien gebildet haben.

Wie läuft eine Schadstoffsanierung ab?

Bevor blind eine Schadstoffsanierung durchgeführt wird, sollte im Vorhinein festgestellt werden, mit welchen Schadstoffen das Gebäude überhaupt belastet ist. Dabei sollte vor der eigentlichen Schadstoffsanierung eine gründliche Untersuchung angestrebt werden. Je gründlicher diese Untersuchung erfolgt, desto höher können natürlich die Kosten sein. Allerdings können Sie durch eine sorgfältige Prüfung auch immense Zusatzkosten verhindern, die unentdeckte und nicht beseitigte Schadstoffe zur Folge haben können. Bei einer sogenannten Gebäudediagnose werden diese Arbeitsschritte durchgeführt:

  • Sichten von Gebäudeunterlagen
  • eventuelle Gefahrenquellen in allen Räumen des betreffenden Gebäudes visuell identifizieren
  • Proben von potenziellen Gefahrenquellen nehmen
  • Laboranalyse der Proben
  • festlegen, ob eine Schadstoffsanierung nach gesundheitlichen und rechtlichen Standards notwendig ist
  • Erstellung eines groben Kostenvoranschlags für die Schadstoffsanierung und Schadstoffentsorgung

Sind die Schadstoffquellen erst einmal identifiziert, müssen Sie entscheiden, wie Sie bei einer Schadstoffsanierung weiter verfahren möchten: Sie können Materialien und Stoffe, die mit Schadstoffen belastet sind, entfernen oder zum Beispiel durch Beschichtungen einkapseln bzw. isolieren lassen. Empfehlenswert ist jedoch eine Entsorgung, weil isolierte Schadstoffquellen durch Schäden oder erneute Umbauarbeiten zu einem späteren Zeitpunkt wieder freigesetzt werden können.

Je nachdem, wie hoch die Schadstoffbelastung und der Anteil der Schadstoffquellen bei den Baumaterialien ist, sollten Sie eventuell statt einer Schadstoffsanierung auch einen kompletten Abriss des betroffenen Gebäudes in Erwägung ziehen. Nach einer Schadstoffsanierung sollte noch einmal der Schadstoffgehalt des Gebäudes geprüft und die Resultate in einem Bericht festgehalten werden. Ein solcher Bericht kann auch Beschreibungen möglicher Folgemaßnahmen beinhalten.

Schadstoffsanierung von Asbest

Weil Asbest schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts verwendet und erst 1993 wieder verboten wurde, ist das extrem gesundheitsschädigende Material weit verbreitet. Die hohe Widerstandsfähigkeit garantiert auch eine hohe Lebensdauer des schädlichen Minerals. Gerade hier dürfen nur professionelle Fachkräfte die Schadstoffsanierung vornehmen. Diese Experten müssen sich an konkrete Vorschriften für die Asbestsanierung halten. Hierzu gehören:

  • Anmeldung der Sanierungsarbeiten bis spätestens sieben Tage vor der Asbestsanierung
  • Ausbreitung von Asbest während der Sanierungsarbeiten verhindern durch die Errichtung einer Baustelle und einer luftdichten Verkleidung um das Gebäude herum
  • Sicherheitsplanen verlegen, um herabfallendes asbesthaltiges Material aufzufangen
  • Industriestaubsauger für die sofortige, gründliche Reinigung einsetzen
  • sicherer und fachmännischer Abbau, Transport und Entsorgung von asbesthaltigen Material, sodass Umwelt und Nachbarschaft nicht geschädigt werden
     

Darf ich eine Asbestsanierung selbst durchführen?

Eine Asbestsanierung oder Asbestdachsanierung einer Asbestfassade, eines Asbestdachs oder anderen asbesthaltigen Materialen und Gegenständen darf nur von behördlich zugelassenen Unternehmen durchgeführt werden. Professionelles Sanierungspersonal weiß sich mit der entsprechenden Schutzkleidung und Atemmasken ausreichend vor dem gesundheitsschädigenden Asbest zu schützen.

Was Schimmel verursachen kann

Schimmel gehört ebenfalls zur Gruppe der Schadstoffe. Dieser kann verschiedenste Ursachen haben: 

  • hohe Luftfeuchtigkeit über der Wandoberfläche und stets vorhandene Nährstoffe für den Schimmelpilz (Nährstoffe können sich zum Beispiel im Hausstaub oder auch in der Raufasertapete in der Form von Lignin, Eiweiß und Zucker befinden)
  • schlecht abgedichtete Dächer und Keller, Abflussschäden, undichte Wasserrohre und Fugen sowie generelle Schäden an Fassade und Mauerwerk führen zu eintretender Feuchtigkeit
  • durch eine schlechte Wärmedämmung kann feuchte Luft auf kühle Wandoberflächen treffen, zur Kondensation und Feuchtigkeitsbildung führen

Wie Schimmel beseitigen?

Auch für die Schimmelbeseitigung sollten Sie professionelle Fachkräfte beauftragen. Keinesfalls sollten Sie sich selbst an die Entfernung wagen, da Sie dadurch mehr gesundheitliche Schäden befürchten müssen. Darüber hinaus können Sie Schimmel nicht einfach oberflächlich entfernen oder abtöten. Auch toter Schimmelpilz kann schädigend sein. Bedenken Sie außerdem, dass sich durch eine unprofessionelle Reinigung Sporen und Partikel noch breitflächiger in den betroffenen Räumen verteilen. Eine professionelle Schimmelpilzsanierung gliedert sich meistens in bis zu sieben Arbeitsschritte:

  1. Fußbodenreinigung: Damit die Sporen nicht aufgewirbelt werden und weiterverbreiten, sollte der Fußboden vor dem betroffenen Bereich gründlich gereinigt werden. Erst danach sollten die Fachkräfte den Arbeitsbereich einrichten.
  2. Oberflächenabtragung: Zunächst sollte die Oberfläche von Staub und Keimen befreit werden. Dafür benutzen die Sanierungskräfte Fräsen oder Schleifgeräte und eine Sauganlage mit einem speziellen Filtersystem.
  3. Reinigung der Oberfläche: Mit einem Industriestaubsauger wird die Oberfläche von Schimmelpilzsporen befreit.
  4. Luftreinigung: Mit einem speziellen Luftfilter und der Erzeugung von Unterdruck wird zeitgleich die Luft von Pilzteilchen gereinigt.
  5. Reinigung von Hohlräumen: Hohlräume zum Beispiel hinter Wänden werden mit einem Druckluftabsaugsystem gereinigt.
  6. Desinfizierung: Wasserstoffperoxid, Isopropanol oder Ethanol werden zur anschließenden Desinfizierung der betroffenen Bereiche verwendet.
  7. Analyse: Vor, während und nach diesen Arbeitsschritten sollte auch immer die Luftqualität im betroffenen Raum gemessen werden. Nur so kann festgestellt werden, ob die Sanierungsarbeiten schlussendlich erfolgreich waren.
     

Hierbei handelt es sich nicht um eine allgemeingültige Vorgehensweise. Diese spezielle Schadstoffsanierung kann sich natürlich auch von Fall zu Fall unterscheiden und muss eventuell gewissen Gegebenheiten angepasst werden. Darüber hinaus sollten sich Experten auch auf Ursachenforschung begeben und mögliche bauliche Mängel beheben. Auf diese Weise können sie verhindern, dass dieselben oder ähnliche Probleme nach der Sanierung wiederauftauchen.

 

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© Bild: Rathscheck Schiefer