Was muss ich tun, wenn das Dach undicht ist?

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Das Dach übt an jedem Wohngebäude eine wichtige Schutzfunktion für die Bewohner und die Gebäudesubstanz aus. Es ist permanent den Witterungs- und Umwelteinflüssen ausgesetzt und kann trotz fachgerechter Herstellung im Lauf der Zeit Schaden nehmen.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie sich undichte Stellen bemerkbar machen und was bei einem undichten Dach zu tun ist.

Wie finde ich undichte Stellen am Dach?

Das Auffinden von undichten Stellen an einem Dach ist nicht immer einfach und stellt selbst für erfahrene Dachdecker mitunter eine anspruchsvolle Aufgabe dar. Während bei einem nicht ausgebauten Dachboden die Eintrittsstellen für Niederschlagswasser unter Umständen direkt zugänglich sind, gestaltet sich bei ausgebauten Dachböden die Suche schwieriger.

Anzeichen für ein undichtes Dach sind Flecken, Verfärbungen und feuchte Stelle in folgenden Bereichen:

  • Dachkonstruktion (Sparen, Pfetten, Dachlatten)
  • Unterseite der Dachhaut
  • Dampfbremse der Dacheindeckung
  • Boden des Dachgeschosses
  • Wände und Decke des obersten Vollgeschosses

Kleinere Verfärbungen oder Flecken an einem nicht genutzten Dachgeschoss sind zunächst kein Grund zur Besorgnis, sollten aber dennoch beobachtet werden. Vergrößern sich die Flecken mit der Zeit, sollten Sie der Ursache auf den Grund gehen, denn dann kann es sich um ein undichtes Dach handeln.

Handlungsbedarf ist immer dann geboten, wenn sich bereits Schimmel gebildet hat oder feuchte Stellen an der Decke oder den Wänden vorhanden sind. Allerdings müssen sich die Schäden durch eindringendes Niederschlagswasser nicht unbedingt in der unmittelbaren Nähe zu der undichten Stelle am Dach zeigen. Grundsätzlich kommt der gesamte Dachbereich, der oberhalb der sichtbaren Schädigung liegt, als Eintrittsstelle für das Wasser in Betracht. Im ungünstigsten Fall muss die Innenverkleidung oder der gesamte Dachaufbau großflächig zurückgebaut werden, um die undichte Stelle am Dach ausfindig zu machen.

An welchen Stellen wird ein Dach undicht?

Grundsätzlich kann ein Dach an jeder Stelle undicht werden. Die Deckelemente können sich witterungsbedingt verschieben oder Risse bekommen und dem Niederschlagswasser das Eindringen ermöglichen. Besonders gefährdet sind allerdings sämtliche Durchdringungen der Dachhaut. Damit ist der Schornstein ebenso gemeint wie Dachfenster oder die Entlüftung eines Fallrohres. In diesen Bereichen treffen unterschiedliche Materialien aufeinander und es besteht immer die Gefahr, dass sich mit der Zeit Schwachstellen ausbilden. Gründe dafür können in der Materialermüdung liegen. Ein weiterer Grund ist die unterschiedliche Ausdehnung der Materialien bei Temperaturänderungen. Fest miteinander verklebte oder auf andere Art verbundene Bauteile lösen sich dann mit der Zeit voneinander und es kann zum Eindringen von Niederschlagswasser kommen.

Dach reparieren in Eigenregie - geht das?

Das Dach ist ein substantieller Bestandteil eines Wohngebäudes und dementsprechend wichtig für den Werterhalt und die Sicherheit der Bewohner. Arbeiten am Dach sind anspruchsvolle handwerkliche Tätigkeiten, die grundsätzlich von einem Profi ausgeführt werden sollten. Der richtige Ansprechpartner für Arbeiten an einem undichten Dach ist der Dachdecker. Ist die Dachkonstruktion von Schäden betroffen, kann ein Zimmermann zurate gezogen werden.

Für einen Heimwerker durchaus im Bereich des Möglichen sind beispielsweise kleinere Reparaturen an untergeordneten Gebäuden. Kommt es beispielsweise am Bitumendach des Carports oder des Schuppens zu Wassereintritt, können Sie das Dach selbst abdichten – das entsprechende handwerkliche Geschick vorausgesetzt. Kommt es dabei zu Problemen, ist der entstandene Schaden meist gering und kann von einem Profi leicht wieder behoben werden. Reparaturen am Hauptdach des Wohngebäudes sollten Sie unbedingt in Profihände legen. Auch wenn es sich augenscheinlich um kleinere Reparaturen handelt, ist die Gefahr immer gegeben, dass fehlerhaft ausgeführte Arbeiten große, mit horrenden Kosten verbundene Folgeschäden nach sich ziehen. Schließlich kann eine fehlerhafte Dachdämmungen zu erheblichen Schäden durch schlechte Witterungsbeständigkeit führen.

Wie erkennt ein Fachmann ein undichtes Dach?

Wer sich auf die sichere Seite begeben möchte, beauftragt einen Fachbetrieb mit der regelmäßigen Inspektion seines Daches. Ein erfahrener Dachdecker weiß genau, wo sich die Schwachstellen eines Daches befinden und wie er entstehende Schäden aufspüren kann. Neben den Anschlüssen der Dachhaut an den Schornstein, die Dachfenster oder den Durchlass für die Antenne wird auch der Sitz und der Zustand sämtlicher Ziegel überprüft. Auch die Dachrinne sollte regelmäßig geprüft werden; sie darf nicht verstopft sein, sodass Wasser weiterhin gut abfließen kann und sich nicht staut.

Am Schieferdach wird die Unversehrtheit der Schieferplatten ebenso in Augenschein genommen wie deren sicherer Halt auf der Unterkonstruktion. Schäden an älteren Schieferdächern gehen nicht selten auf korrodierte Befestigungsmittel wie Nägel, Schrauben oder Stifte zurück. Die Schieferplatten selbst zeichnen sich durch eine erfreulich lange Lebensdauer aus. Während Tondachziegel und Decksteine aus Beton nach etwa 40 bis 50 Jahren erneuert werden müssen, hält ein fachgerecht hergestelltes Schieferdach in der Regel 100 Jahre und teils auch deutlich länger durch.

Kann ich ein Schieferdach selbst reparieren?

Für das Schieferdach gilt das gleiche wie für jede andere Dacheindeckung auch: Inspektion und Reparatur ist Sache der Profis. Arbeiten an einem Schieferdach erfordern ein hohes Maß an handwerklichem Geschick und Erfahrung. Handelt es sich um einzelne schadhafte Stellen an einem Schieferdach, reicht der Austausch der betroffenen Steine aus.

Zunächst wird der Schieferdecker die beschädigten Schiefersteine mithilfe eines Flickeisens aus der Dachhaut lösen. Dabei handelt es sich um ein Stück Flachstahl mit mehreren Einkerbungen und Haken. Mit dem Flickeisen lassen sich einzelne Platten samt Befestigungsmittel wie Nägel und Schrauben ohne die Beschädigung der benachbarten Deckelemente entfernen. Anschließend wird ein unversehrter Steine mithilfe eines Reparaturhakens in das Deckbild eingepasst. Der Reparaturhaken umfasst die Schieferplatte an ihrem Fuß. Er wird mithilfe eines Nagels oder einer Schraube an der Schalung fixiert.

Wann muss ich das komplette Dach erneuern?

Ist ein Dach undicht und bereits in die Jahre gekommen, kann die komplette Erneuerung des Daches die sinnvollste Lösung sein. Ist das Dach großflächig und an mehreren Stellen undicht, muss mit Schäden nicht nur an der Dachdämmung oder der Dachkonstruktion, sondern an der gesamten Gebäudesubstanz gerechnet werden. An alten Dächern, an denen die Gefahr großflächiger Schäden besteht, empfiehlt es sich, den Zeitabstand zwischen den Inspektionen zu verkürzen.

Kommt das Wasser immer von außen, wenn ein Dach undicht ist?

Neben dem Eindringen von Niederschlagswasser kommt eine weitere Ursache für Schimmel oder feuchte Stellen an den Wänden und der Decke in Betracht. Ist die Dampfbremse eines Gebäudes nicht in einwandfreiem Zustand und weist Risse oder Löcher auf, kann sich warme Raumluft mit hohem Feuchtegehalt ihren Weg in die Dachdämmung suchen. In der Dämmschicht kühlt die Luft dann ab und gibt ihre Feuchtigkeit in Form von Kondenswasser frei. Das Kondenswasser aus der Raumluft kann die gleichen Spuren hinterlassen wie das Wasser, das durch ein undichtes Dach eindringt. Ist die Ursache eines Wasserschadens unklar, sollten Sie unbedingt einen Experten um Rat fragen. Im Zweifel kann auch eine Zweitmeinung hilfreich sein.

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© Bild: Rathscheck Schiefer