Was ist die ESanMV und wie hängt sie mit der EnEV zusammen?

Was ist die ESanMV und wie hängt sie mit der EnEV zusammen

 Die EnEV ist ein wichtiger Schritt in Richtung Energiewende. Allerdings können Immobilienbesitzer noch viel mehr tun, um ihr Gebäude energieeffizienter zu gestalten und dabei Geld zu sparen. Für die notwendige Motivation können die Steuerermäßigungen der ESanMV sorgen.

Um die Energiewende voranzutreiben, führte die Bundesregierung schon 2002 die wegweisende Energiesparverordnung ein. Immobilienbesitzer von sowohl Neubauten als auch bereits bestehenden Gebäuden müssen bestimmte darin enthaltene Auflagen erfüllen. Mit Sanierungsmaßnahmen, die darüber hinaus gehen, können Sie sogar Heiz- und Energiekosten sparen und die Umwelt schonen.

An dieser Stelle kommt die ESanMV ins Spiel, welche 2020 in Kraft trat und für steuerliche Erleichterungen bei Immobilienbesitzern sorgt, wenn Sie wichtige energetische Arbeiten an Ihrem Gebäude durchführen. Diese müssen allerdings über die Anforderungen der aktuellen EnEV hinausgehen. Wie die einzelnen Maßnahmen aussehen und was genau Sie von der Steuer absetzen können, erfahren Sie im folgenden Text.  

Was ist die EnEV?

Die Energiesparverordnung ersetzte am 1. Februar 2002 die Wärmeschutzverordnung (WSchV) und die Heizungsanlagenverordnung (HeizAniV). Die EnEV sollte Bauherren dazu anhalten, gewisse Standards für den Energiebedarf beim Bau ihrer Immobilie einzuhalten oder ein bestehendes Gebäude entsprechend zu sanieren.

Damit plante die Bundesregierung, einen wichtigen Beitrag zur Energiewende zu leisten und bis zum Jahr 2050 für Klimaneutralität beim bundesweiten Gebäudestand zu sorgen. Des Weiteren sollte der Energieausweis über den Verbrauch des Gebäudes informieren. Der Ausweis ist bei Neubauten inzwischen verpflichtend.

EnEV-Anforderungen für Neubauten

Vornehmlich konzentriert sich die EnEV auf Neubauten. Das Ziel: Die Primärenergie für Warmwasseraufbereitung und das Heizen zu reduzieren. Im Fokus der Untersuchung steht die Energiemenge, die ans Haus geliefert wird. Außerdem spielen der Energieträger und sein Einfluss auf die Umwelt eine wichtige Rolle.

Ferner müssen Immobilienbesitzer Standards in Bezug auf den Wärmeaustausch ihrer Immobilie und Verringerung von Wärmebrücken erfüllen. Seit 2016 gilt, dass der Primärenergiebedarf (PE) ≤ 51 kWh/(m2*a) betragen muss. Darüber hinaus muss ein spezifischer Transmissionswärmeverlust von (HˈT) ≤ 0,368 W/(m2*k) erreicht werden. Beachten Bauherren diese Anforderungen nicht, riskieren sie Bußgelder in der Höhe von bis zu 50.000 Euro.

EnEV-Anforderungen für Bestandsbauten

Auch bei Bestandsimmobilien sollen letztendlich der Jahres-Primärenergiebedarf und der Transmissionswärmeverlust reduziert werden. Damit gehen für Immobilienbesitzer folgende Sanierungsmaßnahmen einher. Diese müssen durchgeführt werden, auch wenn sie nicht notwendigerweise eingeplant sind:

  • die oberste Geschossdecke zu einem unbeheizten Dachboden muss gedämmt werden, wenn das Gebäude mindestens vier Monate und mit mindestens 19 Grad beheizt wird
  • warmgehende Rohleitungen in unbeheizten Räumen müssen mit einer Dämmung ausgestattet werden
  • Einzelraumreglung für Heizungssysteme mit Wasser als Wärmeträger notwendig und Thermostate müssen an den Heizkörpern angebracht werden
  • Zentralheizungen müssen mit einer selbsttätigen Regelung ausgestattet sein
  • Öl- und Gasheizkessel, die älter als 30 Jahre alte sind, müssen ausgetauscht werden

Eine Dämmung der Kellerdecke, der Außenwände oder eine Umsetzung der energetischen Sanierungsmaßnahmen, die der Energieausweis empfiehlt, sind nicht verpflichtend, wenn auch empfehlenswert.  

Welche Anreize bietet die ESanMV gegenüber der EnEV?

Sowohl bei einem Neubau als auch bei einem Bestandsbau lohnt es sich, über energetische Sanierungsmaßnahmen nachzudenken, die über den EnEV-Standard hinausgehen. Damit sparen Sie Energiekosten, schonen die Umwelt und steigern den Wiederverkaufswert Ihrer Immobilie. Zudem kann es sein, dass Ihre Sanierungen schon in wenigen Jahren wieder überholt sind, wenn Sie lediglich die Mindestanforderungen der EnEV befolgen.

Kurzfristig dürfte viele Immobilienbesitzer jedoch die Steuererleichterungen interessieren, die mit ambitionierteren Sanierungsmaßnahmen einhergehen. Die entsprechenden Anreize und Orientierungen verschafft die Verordnung zur Bestimmung von Mindestanforderungen für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzt Gebäuden nach § 35c des Einkommenssteuergesetzes (Energetische Sanierungsmaßnahmen-Verordnung – EsanMV). Die Kosten für energetische Maßnahmen können Sie bei Eigennutzung der Immobilie nämlich in Zukunft von der Steuer absetzen.

Energetische Sanierung – Voraussetzungen für die Steuererleichterung

Einen Steuerbonus erhalten Sie für alle fachgerechten energetischen Sanierungen, die zwischen dem 1. Januar 2020 und Ende 2029 abgeschlossen wurden. Haben Sie bereits BAFA- oder KfW-Förderungen für die Sanierungen in Anspruch genommen, können Sie die Arbeiten nicht mehr steuerlich geltend machen. Zudem müssen Sie auch strengere Auflagen erfüllen, als in der EnEV angegeben. Hier einige Werte zum Vergleich:

Was ist die ESanMV und wie hängt sie mit der EnEV zusammen

Die ESanMV hat insbesondere an die Dämmung noch mehr und detailliertere Anforderungen, die Sie hier finden können. Steuerabsetzungsfähig sind außerdem die Installationen von:

  • Solarkollektor-Anlagen
  • Biomasse-Anlagen
  • Wärmepumpen
  • effiziente Gasbrennwertgeräte, die sich zukünftig mit erneuerbaren Energien kombinieren lassen
  • Hybrid-Anlagen
  • stationäre Brennstoffzellen
  • Mini-Kraft-Wärmekopplungen (Blockheizkraftwerk)

Sie können die Optimierung von Heizanlagen absetzen, wenn diese älter als zwei Jahre sind. Sogar die Eingliederung von digitale Smart-Systeme für die Verbrauchsoptimierung steuerlich geltend machen.

Voraussetzungen für den Steuerbonus

Die Kosten für die folgenden Arbeiten können Sie von der Steuer absetzen, sofern sie ein professioneller Handwerksbetrieb durchgeführt hat:

  • Fassaden-, Dach-, Dachbodendämmung und Dämmung der Geschossdecke
  • Erneuerung der Fenster und der Haustür
  • Technische Hilfsmittel, die zu einem effizienteren Verbrauch beitragen
  • Erneuerungen von Heizungssystemen, die älter als zwei Jahre sind

Professionelle Handwerksunternehmen sollten jegliche Mauer- und Betonarbeiten, Maler- und Lackierarbeiten, Tischler- und Schreinerarbeiten, Arbeiten am Dach und Glas, Sanitär- und Klempneranlagen, Elektrotechnik und -installation sowie den Metallbau ausführen. Die entsprechende Rechnung müssen Sie an das Finanzamt weiterleiten. Außerdem benötigt das Amt einen Nachweis darüber, dass Sie die Rechnung beglichen haben. Die Finanzverwaltung stellt zusätzlich eine Bescheinigung zur Verfügung, mit der der Handwerksbetrieb die durchgeführten Maßnahmen noch einmal bestätigt.

Wie sehen die steuerlichen Vergünstigungen nach einer energetischen Sanierung aus?

Insgesamt können Sie 20 Prozent und höchstens 40.000 Euro der Gesamtkosten für eine energetische Sanierung absetzen. Sobald die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sind, können Sie im 1. Jahr und im 2. Jahr sieben Prozent der Kosten geltend machen. Allerdings darf der Betrag nicht höher als 14.000 Euro sein. Im 3. Kalenderjahr können Sie sechs Prozent und bis zu maximal 12.000 Euro geltend machen. Die Kosten eines Energieberaters können Sie ebenfalls zu 50 Prozent absetzen.

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Foto: @ Rathscheck Schiefer