Wann ist die Dachrenovierung sinnvoll?

Dachrenovierung_Rathscheck Schiefer

Wenn heute Dächer gedeckt werden, haben Hausbesitzer im Durchschnitt rund fünf Jahrzehnte Ruhe, bis sie erneut in ihr Dach investieren müssen. Tatsächlich handelt es sich bei der Zeitangabe lediglich um einen Richtwert. Individuelle bauliche Gegebenheiten oder extreme Witterungseinflüsse sowie Beschädigungen durch Unwetter können eine Dachrenovierung schon früher erforderlich machen. Hier erfahren Sie, wann es sinnvoll ist, das Dach erneuern zu lassen.


Gründe, die für eine Dachrenovierung sprechen

Das Dach mit der Dachhaut schützt primär Ihr Haus oder Ihre Wohnung vor Witterungseinflüssen. So hält die Dachdeckung Nässe vor dem Eindringen ab, die Dämmung sperrt Kälte aus. Im Idealfall sorgt sie auch dafür, dass sich Dachräume bei Sonneneinstrahlung nicht zu stark aufheizen. Grundsätzlich sollten Sie deshalb eine Renovierung Ihres Dachs in Betracht ziehen, wenn es die Grundfunktionen nicht mehr erfüllt. So kann eine Reparatur erforderlich werden, wenn Regenwasser in den Dachstuhl gelangt oder fehlende Ziegel einen starken Wärmeverlust verursachen. Ob Sie das Dach renovieren oder gleich erneuern müssen, hängt vom Grad der Beschädigung oder Leistungsbeeinträchtigung ab.

Beispiele für mögliche Schäden:

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Unabhängig vom Umfang der Beschädigung an Ihrem Dach sollten Sie immer einen Experten zu Rate ziehen, der den Zustand Ihres Daches begutachtet. Nur so können Sie zuverlässig feststellen lassen, welche Maßnahmen erforderlich sind.

Wann eine Dachrenovierung unbedingt erforderlich ist: Sonderfall Asbest

Wird bei der Prüfung des Daches festgestellt, dass dort Asbestplatten verbaut wurden, sollte unbedingt eine Erneuerung des Daches erfolgen. Im Rahmen einer professionellen Asbestsanierung wird dann die alte Dämmung fachgerecht entsorgt und gegen neues Dämmmaterial ausgetauscht.

Dachreparatur oder Dach renovieren?

Nicht immer muss eine komplette Dachrenovierung erforderlich sein. Wurden zum Beispiel nur Ziegel durch ein Unwetter abgedeckt, kann es ausreichen, die beschädigten Stellen zu reparieren. Gleiches gilt für rissiges Balkenwerk. Je nach Zustand der Dachkonstruktion können dann einzelne Elemente erneuert werden.

Eine Dachrenovierung kann sich hingegen anbieten, wenn Ihr Dach schon mehrere Jahrzehnte Wind und Wetter standhält und der Zahn der Zeit an der Dachhaut genagt hat. Sind Ihre Ziegel durch starke Sonneneinstrahlung sowie die Witterung so beansprucht worden, dass sie Wasser und Wind durchlassen, müssen Sie vermutlich das Dach neu eindecken. In diesem Zusammenhang kann dann auch gleich eine effiziente Wärmedämmung eingesetzt werden. Diese ist bei Dachsanierungen ohnehin seit 2014 laut Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) vorgeschrieben. Bei der Dachbodendämmung greift dann die DIN 4108-2.

Welche Baumaßnahmen am Dach kann ich finanzieren lassen?

Kleinere Dachreparaturen können in der Regel mit eigenen Rücklagen bestritten werden. Als Haus- oder Wohnungsbesitzer sollten Sie monatlich eine gewisse Summe zurücklegen, um solche Kosten ohne zusätzliche finanzielle Belastung bestreiten zu können.

Eine Finanzierung größerer Dacharbeiten ist ebenfalls möglich. Hier stehen Ihnen verschiedene Varianten zur Verfügung.

  • klassischer Ratenkredit: Mit einem Ratenkredit können Sie relativ unbürokratisch Renovierungsarbeiten am Dach finanzieren. Diese Verbraucherkredite sind nicht zweckgebunden und können auch online bei Banken beantragt werden. Empfehlenswert ist unbedingt ein Kreditvergleich, um Kosten zu sparen.
  • Anschlussfinanzierung: Läuft die Zinsbindung für Ihren Immobilienkredit aus, haben Sie die Möglichkeit, sich um eine günstigere Anschlussfinanzierung zu kümmern. In diesem Atemzug können Sie Ihren Kredit aufstocken, um die Dachrenovierung günstig zu finanzieren.
  • Förderkredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW): Wenn Sie die Dachreparatur oder -renovierung mit einer neuen Wärmedämmung kombinieren, stehen Ihnen Fördermöglichkeiten der KfW zur Verfügung. Hier gibt es entweder einen Investitionszuschuss oder Kredite zu günstigen Konditionen.

In manchen Fällen bieten auch Dachdecker Finanzierungslösungen oder Ratenzahlungen an. Es lohnt sich auf jeden Fall, mit den Handwerkern zu sprechen, um individuelle Lösungen bei der Bezahlung zu finden.


Info: Wurde Ihr Dach in Folge eines Unwetters beschädigt, können Sie Ihre Gebäudeversicherung nutzen. Üblicherweise übernimmt der Versicherer die Instandsetzung des Daches in seinen vorherigen Zustand. Allerdings müssen Sie genau prüfen, welche Leistungen übernommen werden. So zahlen Versicherungen zum Beispiel nicht für eine im Zuge der Reparatur durchgeführte Dachdämmung.


Tipp: Handwerkerleistungen können Sie als Privatperson bei der Steuer angeben. So haben Sie die Möglichkeit, bei einer Dachreparatur von Steuervorteilen zu profitieren.


 

Vorbeugen kann eine frühe komplette Dachrenovierung verhindern

Ein gut gedecktes Dach kann im Durchschnitt mehr als 40 oder 50 Jahre ohne Renovierung auskommen. Allerdings gehört dazu auch eine Pflege des Daches. Sie haben die Möglichkeit, selbst bei der Dachpflege aktiv zu werden. So sollten Sie zum Beispiel regelmäßig den Zustand Ihres Daches vom Fachmann überprüfen lassen. Er kann kleine Beschädigungen, zum Beispiel nach einem Sommergewitter mit Hagel, schnell erkennen und beheben. Sie selbst können den Dachstuhl kontrollieren und zum Beispiel nachschauen, ob sich Wasserflecken bemerkbar machen oder ob es schimmlige Stellen gibt. Grundsätzlich gilt: Je früher Sie kleine Schäden beheben lassen, desto länger ist die Zeitspanne, bis eine komplette Dachsanierung notwendig ist.
 

Wann die Eindeckung mit Schiefer möglich ist

Wenn Sie Ihr Dach erneuern wollen und für die neue Eindeckung Schiefer verwenden wollen, müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein.

  • Dachneigung: Empfehlenswert sind Schieferdächer ab einer Dachneigung von zwölf Grad, sofern ein wasserdichtes Unterdach vorhanden ist. Ansonsten ist eine Dachneigung ab 22 Grad erforderlich.
  • Verschalung: Damit der Schiefer seine vollen Vorzüge bei Haltbarkeit und Energieeffizienz ausspielen kann, ist eine Vollschalung des Tragwerks zu empfehlen. Bei einer Doppeldeckung können Schieferplatten auch auf einer herkömmlichen Lattung verlegt werden.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, ist Schiefer für viele verschiedene Dächer außer Flachdächer geeignet. Das natürliche Material zeichnet sich durch seine besondere Optik, seine hohe Langlebigkeit und die sehr guten energetischen Eigenschaften aus.

 

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