Schieferplatten an der Fassade: Welche Deckarten sind möglich?

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Schiefer genießt nicht nur auf dem Dach, sondern auch an der Fassade einen hervorragenden Ruf als Deckmaterial. Er glänzt mit seinem edlen, individuellen Erscheinungsbild ebenso wie mit seiner Vielseitigkeit und Langlebigkeit. Eine fachmännisch verkleidete Schieferfassade bringt es auf eine Lebensspanne von 100 Jahren und mehr.

In Verbindung mit der positiven Ökobilanz gewinnt der Schiefer mehr und mehr an Attraktivität, auch für die moderne Architektur. Während in der Vergangenheit häufig geschwungene, eher verspielte Deckbilder angesagt waren, bevorzugt die zeitgemäße Architektur eine strengere Linienführung, die sich nahtlos in die moderne Gebäudegestaltung einfügt. Erfahren Sie mehr über traditionelle und moderne Deckarten und die Möglichkeiten zur ansprechenden Gestaltung Ihrer Fassade mit Schieferplatten.


Welche traditionellen Deckarten können an einer Fassade aus Schieferplatten realisiert werden?

Die Liste der klassischen Deckarten, die einer Fassade zu neuem Glanz verhelfen können, ist lang. Sie reicht von der Altdeutschen Deckung über die Dekorativen Deckarten mit Fischschuppen, Coquettes und Waben bis zur Universaldeckung, die sich in praktisch jeden Baustil harmonisch einfügt.

Altdeutsche Deckung

Die Altdeutsche Deckung gilt als die Königin der Schiefer-Deckarten und verlangt selbst erfahrenen Schiefer-Deckern ihr ganzes Können ab. Das Deckbild der Altdeutschen Deckung ist charakterisiert durch den Wechsel zwischen schmalen und breiten Decksteinen innerhalb einer Gebindereihe. Die Höhe der Decksteine variiert ebenfalls von Gebinde zu Gebinde und nimmt tendenziell von der Traufe zum First hin ab. Jeder einzelne der schuppenförmigen Decksteine wird vom Schieferdecker von Hand zugerichtet und nach genau definierten Verlege-Regeln in das Deckbild der Schieferfassade eingepasst. Diese Schiefer-Deckart lässt dem Schieferdecker viel Gestaltungsspielraum beim Anbringen der Schieferplatten an der Fassade.

Schuppen-Deckung

Die Art der Decksteine, aus denen eine Schuppendeckung hergestellt wird, ähnelt den Steinen der Altdeutschen Deckung. Im Gegensatz zur Altdeutschen Deckung wird bei dieser Schiefer-Deckart aber nicht jeder Stein individuell zugerichtet. Die Decksteine weisen eine nahezu identische Form und gleichbleibende Abmessungen auf. Sie werden mithilfe von Schablonen zugerichtet. Die Gleichförmigkeit der Steine bedingt ein gleichmäßiges Deckbild der Schieferplatten-Fassade. Die Kombination aus den Rundungen der Schuppen und den geraden, horizontalen Elementen fügt sich gleichermaßen in historische wie auch moderne Architekturen ein. Die Schuppendeckung kann sowohl als Linksdeckung wie auch als Rechtsdeckung ausgeführt werden.

Universal-Deckung

Die Universal-Deckung wird aus quadratischen Decksteinen hergestellt, wobei eine der Ecken als Bogen ausgeführt ist. Die Gebinde werden mit einem horizontalen Versatz zu den angrenzenden Gebinden verlegt. Dadurch entsteht eine interessante Kombination aus Diagonalen und horizontalen Elementen. Das Besondere der Universaldeckung liegt in ihrer Flexibilität. Je nach baulichen Gegebenheiten und dem gewünschten visuellen Effekt kann diese Schiefer-Deckungsart in unterschiedlichen Varianten mit ein und derselben Sorte von Decksteinen realisiert werden. Neben der Links- und der Rechtsdeckung ist die Universal-Deckung auch im Hochformat ausführbar. Diese auf dem Bogen stehende Deckung darf nur an Schieferplatten-Fassaden, jedoch nicht auf Dachflächen ausgeführt werden. Durch die Beschränkung auf einen Typ von Decksteinen ist diese Schiefer-Deckungsart vergleichsweise kostengünstig.

Waben-Deckung

Die Waben-Deckung wird ebenso wie die Universal-Deckung aus quadratischen Decksteinen hergestellt. Eine der Ecken ist gestutzt, die Steine werden mit diagonal orientierten Kanten verlegt. Dadurch entsteht der optische Eindruck wabenförmiger Schieferplatten an der Fassade. Neben den diagonalen Geometrieelementen sorgen die Kanten der gestutzten Ecken für eine horizontale Komponente im Deckbild. Die Waben-Deckung kann sowohl als Links- wie auch als Rechtsdeckung und im Hochformat verlegt werden. Diese Schiefer-Deckungsart ist besonders zur Verkleidung von Fassaden geeignet. Der Arbeitsaufwand zur Herstellung einer Waben-Deckung ist moderat und der Materialverbrauch vergleichsweise gering. Aus diesem Grund gilt die Waben-Deckung als wirtschaftlichere Variante einer Schieferplatten-Fassade.

Octogon-Deckung

Die Octogon-Deckung erweckt den optischen Eindruck einer aus achteckigen Deckelementen hergestellten Schieferplatten-Fassade. Tatsächlich handelt es sich aber um sechseckige Schieferplatten, deren untere beiden Ecken gestutzt sind. Die Octogon-Deckung gehört zu den dekorativen Deckarten, die an repräsentativen Bauwerken beliebt sind. Sie erzeugt ein lebhaftes Deckbild, das sich gleichermaßen aus orthogonalen und diagonalen Elementen zusammensetzt. Verlegt wird die Octogon-Deckung in Anlehnung an die Rechteck-Doppeldeckung. An einer Schieferplatten-Fassade kann die Octogon-Deckung auch als gezogene Deckung ausgeführt werden. Dementsprechend ist die Reduzierung des Materialbedarfs möglich. 


Welche modernen Deckarten machen an einer Schieferplatten-Fassade eine gute Figur?

Schiefer erfreut sich aktuell sowohl bei Bauherren als auch bei Architekten steigender Beliebtheit. Moderne Gebäude erhalten durch ein Schieferdach oder eine Schieferfassade eine edle, individuelle Note. Um den Erfordernissen moderner architektonischer Trends Rechnung zu tragen, wurden traditionelle Deckarten weiterentwickelt und neue ersonnen. Die sogenannten orthogonalen Schiefer-Deckarten, bei denen rechte Winkel und eine klare Linienführung dominieren, fügen sich besonders harmonisch in das Gesamtbild moderner Bauten ein. Mit den modernen Deckbildern lassen sich zudem mit vergleichsweise geringerem Kostenaufwand Schieferplatten verlegen. Die Fassade wird so zügig und mit geringem Materialaufwand eingedeckt.

Gezogene Rechteck-Deckung

Eine der speziell für die Schieferplatten-Fassade entwickelten Deckarten ist die gezogene Rechteck-Deckung. Sie ist eine Variante der Rechteck-Deckung, bei der die rechteckigen Deckelemente so weit wie möglich auseinandergezogen werden. Auf diese Weise lässt sich der Materialbedarf beim Schieferplatten verlegen an der Fassade gering halten. Die gezogene Rechteck-Deckung erzeugt ein lebhaftes Deckbild und führt je nach Lichteinfall zu einem interessanten Spiel von Licht und Schatten.

Variable Rechteckdeckung

Die variable Rechteckdeckung wird aus quadratischen oder rechteckigen Decksteinen hergestellt. Auch eine Variation aus beidem ist möglich. Das Deckbild ist von vertikalen und horizontalen Elementen geprägt, die durch jeweils gleich hohe horizontale oder gleich breite vertikale Reihen erzeugt werden. Diese Art der Schieferplatten-Fassade eignet sich durch die Flexibilität bei der Format-Wahl insbesondere für komplex aufgebaute Fassaden mit baulichen Eigenheiten.

Dynamische Rechteck-Deckung

Die dynamische Rechteck-Deckung erzeugt den optischen Eindruck eines Schichtmauerwerks an der Schieferplatten-Fassade. Sie gehört zu den Schiefer-Deckungsarten mit lebhaftem Deckbild. Verlegt werden die Schieferplatten in horizontalen Gebinden ohne Steigung. Durch die stets unterschiedlich breiten, aber gleich hohen Deckelemente einer Reihe nehmen die horizontalen Linien eine dominante Rolle im Deckbild ein. Die unterschiedlich hohen Gebinde weisen eine Höhenüberdeckung, jedoch keine seitliche Überdeckung auf. Die Deckelemente werden horizontal auf Stoß verlegt und mit einem Streifen aus Metall unterfüttert.

Unterlegte Deckung

Das Deckbild der unterlegten Deckung ist geprägt von dem Zusammenspiel der sichtbaren Edelstahlklammern und Schattenfugen. Durch die Kombination aus glänzendem Metall und dunklen Schattenfugen werden bei variablen Lichtverhältnissen attraktive visuelle Effekte an der Schieferfassade erzielt. In der modernen Architektur liegt diese Art der Schieferplatten-Fassade aktuell voll im Trend.

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© Bild: Rathscheck Schiefer