Schiefer als Baustoff: Wie kann er eingesetzt werden?

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Schiefer ist ein sehr altes Gestein, das im Verlauf von mehreren Jahrmillionen entstanden ist. Seit vielen Jahrhunderten wird Schiefer als Baustoff verwendet. Auch heute kommt das Gestein als Schieferdach oder Schieferfassade zum Einsatz. Besonders edel gestaltete Innenräume oder Bäder werden ebenfalls mit Platten aus Schiefer verkleidet. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Möglichkeiten das Umwandlungsgestein als Baustoff bietet.

In diesen Formen kann Schiefer verbaut werden

Schiefergestein kann heute auf vielfältige Weise weiterverarbeitet werden. Nachdem der Schiefer in Bergwerken in Form von großen Quadern gewonnen wurde, erfolgt die Weiterverarbeitung durch Zusägen und Spalten. Danach werden verarbeitungsfertige Schiefersteine maschinell oder von Hand hergestellt. Diese Produkte werden später für die Dacheindeckung oder die Fassadenverkleidung verwendet.

Neben diesen klassischen Verwendungsmöglichkeiten von Schiefergestein für die Außenflächen von Gebäuden kann Schiefer als Baustoff auch in Innenräumen eingesetzt werden. In Bädern oder Küchen können Schieferplatten als Fliesen für Böden oder Wandverkleidungen eingesetzt werden.

Eher selten dient Schiefer als Material für Einrichtungsgegenstände. Dennoch lassen sich auch Tischplatten, Servierplatten oder Regalböden aus Schiefer herstellen. 

 

Die Vorteile von Schiefer als Fassaden- oder Dachschiefer

Wenn Schieferplatten für Dächer oder Fassaden eingesetzt werden, haben Sie als Eigentümer viele Vorteile:

  • natürliches Material: Schiefer wird aus Bergwerken gewonnen, ohne dass eine weitere chemische Bearbeitung erfolgt oder dem Material weitere Stoffe zugesetzt werden müssen. Damit ist das Material ohne Probleme zu entsorgen und kann unbedenklich verarbeitet werden. Damit unterscheidet sich Schiefer von allen synthetischen Baustoffen durch seine natürlichen Inhaltsstoffe.
  • hohe Haltbarkeit: Zugerichtete Schiefersteine haben eine Lebensdauer von mehr als 100 Jahren. Schiefer ist somit ein sehr nachhaltiges Baumaterial.
  • enorme Vielseitigkeit: Schiefer kann sowohl für moderne Gebäude als auch für Altbauten verwendet werden. Das Material lässt sich perfekt an jede mögliche architektonische Stilrichtung anpassen. Zugleich können Sie Schieferplatten für die Fassadenverkleidung ebenso wie für die Dacheindeckung oder Dachsanierung verwenden.
  • hohe Individualität: Kein Schieferdach gleicht dem anderen. Jede Schieferarbeit ist das Ergebnis individueller Arbeiten. So stehen für Dächer nicht nur viele verschiedene Deckarten zur Auswahl, sondern es unterscheiden sich außerdem die verwendeten Schiefersteine untereinander.
  • attraktive Kostenstruktur: Schiefergestein kann dank modernster Förder- und Bearbeitungsmethoden kostengünstig für die Nutzung auf Dächern oder an Fassaden verarbeitet werden. Zugleich erhöhen Sie mit dem natürlichen Material den Wert sowie die Wertigkeit Ihrer Gebäude.
  • modernes Baumaterial: Der Baustoff Schiefer ist als natürliches Gestein perfekt mit weiteren Baustoffen wie Glas, Beton oder Stahl kombinierbar. Seine Eigenschaften erfüllen alle Ansprüche an nachhaltige Materialien.
  • zeitlose Ästhetik: Schiefer hat eine sehr zeitlose Optik, die schon seit mehreren Jahrhunderten die Landschaften in Deutschland und Europa prägen.

 

Optisch ansprechende und energetisch sinnvolle Fassadenverkleidung

Wenn Schiefer für Fassaden eingesetzt wird, handelt es sich in den meisten Fällen um eine hinterlüftete Verkleidung einer Unterkonstruktion.

Werden Außenbereiche mit Schiefer gestaltet, kann er auch in Form von Trockenmauern verarbeitet werden.

Eine Schieferfassade mit Hinterlüftung ist im Wesentlichen so aufgebaut wie Fassadenverkleidungen mit anderen Steinplatten: Zunächst wird eine Tragekonstruktion an der Wand fixiert. Auf dieser Konstruktion wird Dämmmaterial ein- oder doppelschichtig angebracht. Auf die vorhandene Dämmschicht wird anschließend eine Unterkonstruktion mit dichtender Folie montiert. Diese Konstruktion dient schließlich der Befestigung der Schieferplatten. Und hier spielt Schiefer seine Vorteile als Fassadenmaterial aus:

  • hoher Schutz vor Schlagregen und Feuchtigkeit
  • isolierende Wirkung gegen Kälte
  • Naturprodukt mit sehr guter Ökobilanz
  • optimale Belüftung und Entlüftung der Fassade
  • Reduktion von Heizkosten durch verbesserte Dämmung und damit höherer Energieeffizienz
  • pflegeleicht, da kaum verschmutzungsanfällig
  • sehr hohe Lebensdauer
  • sehr ansprechende Optik
  • vielseitige Deckungsarten
  • für Fassaden moderner wie traditioneller Häuser geeignet

 


Tipp: Wenn Schieferplatten für die wärmedämmende Fassadenverkleidung genutzt werden, können Sie für das Bauvorhaben von Fördermöglichkeiten profitieren. So gibt es spezielle Programme von der KfW und vielen Gemeinden in Deutschland, welche die Energieeffizienz in Gebäuden fördern.


 

Dacheindeckung mit Schiefer - nachhaltige traditionelle Handwerkskunst

Dachschiefer als Baustoff zeichnet sich vor allem durch seine vielfältigen Kombinationen von Formen und Deckungsarten aus. So können auch verschiedene Deckungsarten auf einer Dachfläche eingesetzt werden. Zugleich lassen sich diese Deckungsarten durch die Steingröße und die Art des Schiefergesteins variieren. Auf diese Weise entstehen mit Schiefersteinen ganz individuelle Dachvarianten, die bei jedem Haus anders ausfallen. Zugleich lassen sich im Gegensatz zu einer Deckung mit herkömmlichen Dachpfannen auch außergewöhnliche Formen realisieren. Grundsätzlich kann mit Schiefergestein jede mögliche dreidimensionale Dachform gedeckt werden, solange eine tragfähige Unterkonstruktion vorhanden ist.

Die Vorteile von Schiefer für die Dacheindeckung überschneiden sich in vielen Punkten mit der Fassadenverkleidung aus Schiefersteinen. So ist Schiefer sehr langlebig. Ein mit diesem Material gedecktes Dach ist für viele Jahrzehnte vor Regen und Witterungseinflüssen geschützt. Darüber hinaus spielt Schiefer auch auf dem Dach seine Vorzüge als pflegeleichtes Baumaterial aus.

Hinsichtlich seiner bauphysikalischen Eigenschaften ist Schiefer für die Dachdeckung optimal geeignet. Im Sommer hält die Dachhaut aus dem Naturmaterial Wärme ab und im Winter wirkt sie isolierend.

 

Voraussetzungen für die Verwendung von Schiefer zum Dachdecken

Damit Schiefer auf Dächern befestigt werden kann, muss eine Schalung mit einer Mindestdicke von 2,4 Zentimetern oder eine Traglattung vorhanden sein. Darauf werden die Schieferplatten mit Schiefernägeln befestigt.

Hersteller bearbeiten den Schiefer so, dass es mittlerweile Standardformate gibt, die direkt zu Baustelle transportiert und dort befestigt werden. Daneben können auch Elemente aus Rohschiefer eingesetzt werden, die auf die jeweiligen Maße vor Ort zugearbeitet werden.

Beim Bearbeiten variieren die Spaltstärken der Schiefersteine je nach Deckung und betragen zwischen vier und sechs Millimeter. Ist das Schiefermaterial kalkhaltiger, wird die Spaltdicke entsprechend erhöht, damit das Material ausreichend Stabilität hat.

Da Schiefer ein natürlicher Baustoff ist, können Farbnuancen auftreten. Aus diesem Grund werden für die Eindeckung eines Daches üblicherweise nur Schiefersteine aus einem Vorkommen verwendet.

 

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© Bild: Rathscheck Schiefer