Mit der Asbestuntersuchung Gefahrenquellen entdecken

Asbestuntersuchung_Rathscheck Schiefer

Asbest wurde vor allem wegen seiner extremen Widerstandsfähigkeit beim Bau verwendet. Das aus kleinsten Fasern bestehende Mineral hält enormer Hitze stand und ist sogar feuerfest. Es ist nahezu unzerstörbar und selbst Säure kann dem Material kaum etwas anhaben.


Dies alles sind Eigenschaften, welche für die Baubranche lange Zeit sehr nützlich waren, die aber für die Gesundheit des Menschen schwerwiegende Auswirkungen haben kann:

  • die kleinen, für das bloße Auge unsichtbaren Fasern geraten schnell in die Atemwege
  • sie setzen sich dort fest und können vom Körper nicht wieder abgebaut werden
  • die Fasern greifen gesunde Zellen an
  • sie sorgen für eine unkontrollierte Zellteilung, die schließlich in Krebs resultieren kann

Insbesondere bei Bauarbeitern bzw. Handwerkern ist die sogenannte Asbestose, aber auch der Brustfellkrebs weit verbreitet.

Wann sollte eine Asbestuntersuchung durchgeführt werden?

Da niemand mit dem bloßen Auge feststellen kann, ob beim Bau eines Hauses Asbest verwendet wurde, sollte bei Verdacht eine Asbestuntersuchung durchgeführt werden. Asbest wurde schon seit dem Jahr 1900 verwendet und erst 1993 in Deutschland verboten.

Insbesondere Besitzer von Häusern aus den Baujahren zwischen 1950 bis 1980 sollten demnach über eine Asbestuntersuchung nachdenken. Asbest ist vor allem in diesen Materialien und Geräten vorzufinden:

  • Wand- und Deckenplatten
  • Heizkörpernischen
  • in Heizkesseln und Nachtspeicheröfen für die Isolation und zum Schutz vor Brand
  • Ummantelungen von Wasserleitungen
  • Verkleidung von Leitungs- und Kabelkanälen
  • innere Beschichtungen von Lüftungskanälen

Oftmals wurde das Mineral als Asbestzement für Hausfassaden, Asbestdachplatten oder Wellasbest verwendet. Aber auch eine Nutzung für Bodenbeläge war durchaus möglich. Hierbei handelte es sich allerdings meist um festgebundenes Asbest. Dieses ist weitestgehend ungefährlich, es sei denn, es wird beschädigt und die kleinen Fasern können sich lösen.

Anders verhält es sich mit schwach gebundenen Asbest. Dieser fand in der Form von Spritzasbest oder in Weichasbestprodukten Verwendung. Schon geringe Erschütterungen können die leicht gebundenen Fasern freisetzen. Diese Art von Asbest wurde zwar hauptsächlich bei Großbauten oder Industriegebäuden eingesetzt. Allerdings ist diese Form auch in älteren Privathäusern anzufinden. 

Wer also überlegt, in ein älteres Haus zu ziehen bzw. ein solches zu erwerben, sollte am besten schon zuvor eine Asbestuntersuchung durchführen lassen. Eine Analyse macht natürlich nur Sinn, wenn keine anderweitigen Informationen vorliegen. Wenn das Haus bereits saniert oder zuvor schon ein Asbest-Test mit einem tolerierbaren Ergebnis durchgeführt wurde, muss der Asbest-Gutachter natürlich nicht geholt werden.

Wie läuft die Asbestuntersuchung ab?

Auch wenn auf den ersten Blick keine Identifizierung von Asbest möglich ist und im Zweifelsfall immer eine sorgfältige Asbestuntersuchung durchgeführt werden sollte, gibt es einige Anhaltspunkte, auf die Sie achten sollten:

  • Schaumstoffe, Dichtungen oder Pappen, die mit Asbest belastet sind, sind meistens nicht besonders reißfest
  • Weichasbest oder Spritzasbest hat die Farbe graublau, weißgrau oder grau
  • Spritzasbest und Weichasbest schwimmt in Wasser und ist mit dem Finger eindrückbar
  • Platten und Putz, die unter anderem aus Asbest bestehen, sind porös

Für eine präzisere Asbestuntersuchung stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  1. Asbestuntersuchung: Raumluftmessung der Faserkonzentration

Bei dieser Art der Asbestuntersuchung wird über mehrere Tage hinaus eine Messung vorgenommen. Hierbei geht es darum, festzustellen, wieviel Asbestfasern pro Kubikmeter sich in der Luft befinden. Bisher gibt es keinen festgelegten Höchstwert, der nicht überschritten werden darf. Allerdings empfiehlt das Bundesgesundheitsamt einen Richtwert von 400 lungengängigen Fasern je Kubikmeter.

  1. Asbestuntersuchung einer Materialprobe

Eine präzise, gründliche und professionelle Asbestuntersuchung lässt sich natürlich nur im Labor vornehmen. Nur dort und nur unter einem Mikroskop können die zu Hochzeiten verwendeten 3.000 Asbestsorten erkannt werden. Die mikroskopische Asbestuntersuchung gibt darüber hinaus Aufschluss über die Faserzusammensetzung. Daraus lässt sich letztendlich schließen, ob gefährliche Grenzwerte überschritten werden und ob die Baumaterialien gefährlich für die Bewohner bzw. künftigen Bewohner sein könnten.

Für eine solche Asbest Analyse muss jedoch eine Materialprobe entnommen werden. Während der Entnahme sollte sich nur die Person im betroffenen Raum aufhalten, welche die Probe entnimmt. Weiterhin sollte der Raum während der Entnahme nicht bewohnt sein. Damit sich die Asbestfasern so wenig wie möglich weiterverbreiten, ist es ratsam, die betroffene Stelle mit Wasser fein einzusprühen. Fällt ein Stück des zu untersuchenden Materials während der Probeentnahme auf den Boden, sollten alle Stellen, welche damit in Berührung gekommen sind, noch einmal sorgfältig und feucht gesäubert werden. Für die Entnahme von mehreren Materialproben wird dringend das Tragen einer Atemmaske empfohlen.

 


Hinweis: Auch wenn Labore spezielle Kits für die selbstständige Entnahme von Materialproben zur Verfügung stellen, wird dringend davon abgeraten. Die Entnahme sollte von einem Fachmann durchgeführt werden, wenn der Verdacht auf Asbest besteht. Sachverständige wissen am besten, welche Sicherheitsvorkehrungen bei der Asbestuntersuchung notwendig sind.


 

  1. Asbestuntersuchung: Staubprobenanaylse

Wenn Sie sich statt einer Materialprobe für eine Staubprobe bei der Asbestuntersuchung entscheiden, dürfen Sie eine Woche lang in dem betreffenden Wohnraum nicht staubsaugen. Das gilt auch für die sich darin befindenden Möbel. Benutzen Sie anschließend einen Staubsauger mit einem neuen, noch ungenutzten Staubsaugerbeutel, um den Staub einzusaugen. Danach können Sie den Staubsaugerbeutel aus dem Staubsauger herausnehmen, den Beutel aufschneiden und am besten mit einem Teelöffel eine Probe entnehmen. Diese Probe füllen Sie in ein Proberöhrchen, das Sie luftdicht verschließen. Den Staubbeutel können Sie in einen Plastikbeutel packen, dicht verschließen und mit dem Hausmüll entsorgen.

Wer führt eine Asbestuntersuchung durch? 

Es gibt natürlich viele Fachleute, die Ihnen bei der Asbestuntersuchung eines Gebäudes weiterhelfen können. Auf den Seiten der Umweltbehörden vieler Bundesländer und Kommunen finden Sie diesbezüglich zahlreiche Informationen. Auch Listen von Fachkräften, die sich mit der Asbestuntersuchung und der Asbestbeseitigung beschäftigen, können Sie bei den genannten Stellen bekommen.

Was kostet ein Asbest Test?

Auch wenn Sie sich nicht zu viel Zeit mit der Beauftragung einer Fachkraft lassen sollten, können Sie mehrere Anbieter miteinander vergleichen. Wenn es um den Preis einer Asbestuntersuchung geht, können Sie auf diese Weise schon einmal Geld sparen. Wichtig ist, dass Sie nicht auf das erstbeste oder günstigste Angebot einsteigen. Der Anbieter sollte in jedem Fall fachmännisches Wissen mitbringen und das Haus sorgfältig und gewissenhaft untersucht werden. Deswegen sollten Sie in Erfahrung bringen, welche Qualifikationen und Kenntnisse der Anbieter mitbringt.

Fragen Sie schon vorab nach, ob für An- und Abfahrt Kosten berechnet werden. Darüber hinaus sind noch Kosten für die Beratung und die Laborkosten wichtig für Ihre Entscheidung. Ein Kit für die Entnahme einer Materialprobe und das anschließende Einschicken ins Labor kostet selbst nur etwa 25 bis 30 Euro. Dennoch sollten Sie von einer selbstständigen Entnahme schon aus gesundheitlichen Gründen absehen.  

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© Bild: Rathscheck Schiefer