Fassadensanierung: Warum ist eine intakte Schieferfassade wichtig?

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Die Fassade eines Hauses stellt die äußerste Gebäudehülle dar und ist ununterbrochen Wind und Wetter ausgesetzt. Kommt es zu unbemerkten Beschädigungen der Fassade oder werden kleine Beschädigungen ignoriert, können ernsthafte Schäden an der Bausubstanz die Folge sein.

Bei der Fassadensanierung an einem Haus handelt es sich demnach keineswegs um reine Gebäudekosmetik. Die Fassade zu sanieren kann entscheidend dazu beitragen, den Wert eines Gebäudes zu erhalten oder sogar zu steigern. Darüber hinaus kann eine intakte Fassade durch ein angenehmes Raumklima entscheidend zum Wohlbefinden der Bewohner beitragen.

Welche Fassaden müssen saniert werden?

Grundsätzlich muss jede Fassade früher oder später Sanierungsmaßnahmen unterzogen werden, damit sie ihrer schützenden Aufgabe gerecht wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Schieferfassade, eine Backsteinfassade oder eine WDVS-Fassade handelt. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede bezüglich der Häufigkeit der Fassadensanierung. Während die auf einer Dämmung mit Styropor basierenden Wärmedämm-Verbundsysteme häufig bereits nach 5-10 Jahren gestrichen und nach spätestens 30-40 Jahren massiv saniert werden müssen, kann eine Schieferplatten-Fassade 80-100 Jahre und mehr durchhalten, ohne gravierende Schäden aufzuweisen. Bei der Lebensdauer einer Schieferfassade spielt die Qualität des Fassadenschiefers ebenso eine Rolle wie das handwerkliche Vermögen der ausführenden Handwerker.

Welche Vorteile bietet eine Schieferfassade?

Schiefer als Material zum Sanieren einer Fassade bietet gegenüber anderen Werkstoffen zahlreiche Vorteile. Neben der optischen Attraktivität punktet der Schiefer bei der Fassadensanierung in erster Linie mit seiner Langlebigkeit und der ökologischen Unbedenklichkeit. Das Rohmaterial Schiefer muss lediglich gefördert und in die richtige Form gebracht werden. Eine nennenswerte verfahrenstechnische Behandlung ist nicht notwendig. Anders als bei synthetischen Wandbekleidungen wird die Umwelt weder bei der Produktion der Schieferplatten noch bei deren Entsorgung belastet.

Die Vorteile im Überblick:

  • Witterungsschutz
  • gute Ökobilanz
  • gute Ventilationseigenschaften
  • Heizkostenersparnis durch zusätzliche Dämmung
  • unempfindlich gegenüber Verschmutzung
  • Langlebigkeit

 

Wann muss eine Fassadensanierung durchgeführt werden?

Die Zeit für eine Fassadensanierung ist gekommen, wenn sich vermehrt Schwachstellen oder bereits Schäden an der Fassade zeigen. Dazu können nicht mehr ganz plananliegende Schieferplatten an der Fassade ebenso zählen wie abgebrochene Ecken oder in Mitleidenschaft gezogene Unterkonstruktionen. Die Beurteilung, ob eine Fassadensanierung notwendig ist, sollten Sie unbedingt in fachkundige Hände legen. Ein gut ausgebildeter Dachdecker mit entsprechender Erfahrung kann am besten beurteilen, ob eine Schieferfassade noch ohne Einschränkung ihre schützende Wirkung ausübt, oder ob bereits verdeckte Schäden vorhanden sind. Unter keinen Umständen sollten Sie so lange warten, bis Sie im Gebäudeinneren Schäden an der Bausubstanz feststellen. Zwar ist auch in diesen Fällen eine Sanierung häufig noch möglich, jedoch ist der Aufwand dann ungleich größer und finanzielle Einbußen sind vorprogrammiert.

Welche Vorarbeiten müssen vor der Fassadensanierung durchgeführt werden?

Bevor die neue Fassade auf die Wände kann, muss die alte zunächst entfernt werden. Das gilt insbesondere dann, wenn es sich bei der alten Fassade um nicht tragfähiges Material wie beispielsweise eine Holzschalung mit Witterungsschäden handelt. Große Vorsicht ist geboten, wenn die alte Fassade asbesthaltige Materialien enthält. Das Hantieren mit Asbest ist an strenge Auflagen geknüpft und muss unter Sicherheitsvorkehrungen für Arbeitskräfte und Umwelt durchgeführt werden. Darüber hinaus entstehen durch die Entsorgung einer asbesthaltigen Fassadenverkleidung zusätzliche Kosten, die das Budget für die gesamte Fassadensanierung erheblich strapazieren können.

Handelt es sich bei der alten Fassade um Schieferplatten, fallen die Vorbereitungsarbeiten weniger kompliziert und auch nicht so kostenintensiv aus. Schieferplatten sind ökologisch unbedenklich und bereiten bei der Entsorgung im Rahmen einer Fassadensanierung keinerlei Probleme.

Wie ist eine Schieferfassade aufgebaut?

Nachdem der Untergrund entsprechend vorbereitet ist, kann mit dem Aufbau der neuen Schieferfassade begonnen werden. Auf das Mauerwerk wird zunächst eine Dampfsperre und eine Dämmschicht aufgebracht. Bei der Dampfsperre ist von besonderer Bedeutung, dass keinerlei Spalten zwischen den Bahnen oder Beschädigungen am Material vorhanden sind, durch die feuchte Raumluft in die Dämmung eindringen kann. Die Feuchtigkeit aus der Raumluft kann ansonsten in der Dämmschicht kondensieren und mit der Zeit zur Bildung von gefährlichen Schimmelpilzen und anderen Mikroorganismen führen, die sowohl die Bausubstanz als auch die Bewohner schädigen können.

Die Dämmung sollte möglichst vollflächig ausgeführt werden, damit es nicht zur Ausbildung von Wärmebrücken kommen kann. Auf diese Weise wird im Winter der Vergeudung teurer Heizenergie vorgebeugt. Im Sommer hingegen ist es der Hitze nicht so leicht möglich, in das Gebäude einzudringen.

Wie muss die Unterkonstruktion für eine Fassade aus Schieferplatten beschaffen sein?

Die wichtigsten Eigenschaften der Unterkonstruktion bei der Fassadensanierung sind ihre Tragfähigkeit und die Nagelbarkeit. Eingesetzt werden sowohl Holz und Holzwerkstoffe als auch Trägerkonstruktionen aus Metall. Die Hölzer für Schalung oder Lattung müssen eine Mindestdicke von 24 Millimeter aufweisen und mindestens in die Sortierklassen S10 oder MS10 eingeordnet sein. Bei der Verkleidung mit Schiefer darf das Holz eine Restfeuchte von maximal 20 Prozent aufweisen.

Unterkonstruktionen aus Metall sind bei einer Fassade aus Schieferplatten immer dann erste Wahl, wenn die Fassadenkonstruktion insgesamt unbrennbar sein muss. Ähnlich wie bei Trockenbau-Systemen für den Innenbereich machen die Hersteller genaue Verlegevorgaben, die eingehalten werden müssen.

Die Unterkonstruktion einer Fassade aus Schieferplatten wird mithilfe so genannter Verankerungsmittel auf dem Mauerwerk oder anderem Untergrund aufgebracht. Die Dimensionierung und Beschaffenheit dieser Verankerungen richten sich einerseits nach der zu erwartenden Last, andererseits nach der Beschaffenheit des Untergrundes. Welche Verankerung für einen bestimmten Untergrund zulässig ist, entnehmen Sie den jeweils relevanten Bauverordnungen.

Welchen Zweck erfüllt die Hinterlüftung?

Die wichtigste Aufgabe der Hinterlüftung besteht im Abtransport von überschüssiger Feuchtigkeit. Einerseits kann von außen Niederschlagswasser bis hinter die Verkleidung gelangen, andererseits kann sich kondensierte Luftfeuchte aus dem Gebäudeinneren in der Dämmung ansammeln. Diese Feuchtigkeit soll über einen Luftstrom, der von unten nach oben in der Hinterlüftung zirkuliert, abtransportiert werden. Der Raum zwischen den Schieferplatten und der Dämmung oder Folie muss mindestens 20 Millimeter betragen.

Wie wird der Schiefer verlegt?

Grundsätzlich sind an senkrechten Flächen die gleichen Deckmuster möglich wie an geneigten Dachflächen.  Besonders in der jüngeren Vergangenheit zeichnet sich ein Trend hin zu sogenannten orthogonalen Deckbildern ab, die durch die Betonung rechter Winkel für einen modernen, aufgeräumten Eindruck sorgen. Neben der Optik spielen aber auch zunehmend wirtschaftliche Aspekte beim Sanieren einer Fassade mit Schiefer eine Rolle. Neben einem möglichst geringen Arbeitsaufwand bei der Verlegung soll der Materialeinsatz so gering wie möglich sein. Ein Beispiel für eine Deckart mit besonders geringem Materialbedarf ist die Variable Rechteckdeckung.

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© Bild: Rathscheck Schiefer