DGNB-Zertifizierung – Motivation für ein nachhaltiges Bauen

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Es gibt viele Gründe für eine nachhaltige Immobilie. Die Kosten und die Arbeit können jedoch abschreckend wirken. Neben öffentlichen Förderungen und steuerlichen Vergünstigen kann eine DGNB-Zertifizierung zusätzliche Anreize für eine umweltfreundliche Immobilie schaffen.

Um auch in Zukunft das nachhaltige Bauen und Sanieren zu fördern, bedarf es unter anderem wirtschaftliche und ökologische Anreize. Sie können zwar mit einem umweltfreundlichen und energieeffizienten Bau auf lange Sicht sehr viel Geld sparen, manchmal liegen die Erträge einer solchen Immobilie noch in weiter Ferne. Trotz zahlreicher Förderungen und zinsgünstiger Kredite müssen Sie viel Arbeit auf sich nehmen und eine Menge Geld investieren. 

An dieser Stelle kann Sie die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (kurz: DGNB) unterstützen. Der gemeinnützige Verein kann insbesondere mit seinem Zertifizierungssystem für einige kurzfristige, aber auch für langfristige Vorteile sorgen. Wie diese Vorteile aussehen und welche Voraussetzungen Sie für ein DGNB zertifiziertes Gebäude erfüllen müssen, erfahren Sie im folgenden Text.

Was ist die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen?

Die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen wurde am 25. Juni 2007 gegründet. Bei der DGNB handelt es sich um einen eingetragenen Non-Profit-Verein, dessen Mitglieder sich unter anderem aus Architekten, Bauingenieuren, Investoren, Immobilienbesitzer, Bauunternehmen und Wissenschaftlern zusammensetzen. Das Ziel des Vereins: Möglichkeiten und Techniken für grünes Bauen von neuen und das Sanieren von bestehenden Immobilien zu entwickeln und zu fördern.

Um dieses Ziel zu erreichen, vergibt der Verein folgende Zertifikate:

  • Platin
  • Gold
  • Silber
  • Bronze

Erfolgte die Vergabe einer DGNB-Zertifizierung ursprünglich nur an Verwaltungs- und Bürogebäude, können sich mittlerweile alle möglichen Immobilien-Arten dafür qualifizieren.

Hierzu gehören beispielsweise Wohngebäude, Industriebauten, Hotels, Bildungsstätten und Gesundheitsimmobilien.

Für alle diese Immobilien-Arten stellt die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen umfassende Pläne für die Nachhaltigkeit zur Verfügung, an denen sich Bauherrn orientieren können. Darüber hinaus begleiten Sie fachkundige und speziell ausgebildete Auditoren, die mit allen Aspekten des nachhaltigen Bauens vertraut sind.

Anforderungen für eine DGNB-Zertifizierung

Je nach Gebäudetyp kann die Anzahl der Anforderungen für eine nachhaltige Immobilie variieren. Bei größeren Immobilien kann dieser Katalog sogar bis zu 50 einzelne Kriterien umfassen. Bei der Vergabe einer DGNB-Zertifizierung werden folgende Themenbereiche berücksichtigt und untersucht:  

  • Ökologie: Im Themenfeld der Ökologie geht es darum, die verwendeten Baumaterialien, Trinkwasserverbrauch und Abwasserproduktion zu bewerten. Aber auch der Eingriff auf die Umwelt durch das Gebäude ist von Bedeutung, zum Beispiel wieviel Fläche für den Bau genutzt wird.
  • Ökonomie: Hiermit ist unter anderem die Marktfähigkeit der Immobilie gemeint. Welchen Wert hat das Gebäude und welche Kosten fallen im gesamten Lebenszyklus an? Die sogenannte Umnutzungsfähigkeit spielt hierbei ebenfalls eine wichtige Rolle. Dieser Begriff beschreibt das Potenzial der Immobilie, sich verändernden Ansprüchen und Lebensumständen der Bewohner oder Nutzern anzupassen. Das führt zu einer höheren Lebensdauer und sichert den Wert des Gebäudes.
  • Soziales: Barrierefreiheit ist insbesondere für ältere Bewohner oder Bewohner mit Behinderungen ein wichtiger Faktor und Teil des sozialen Themenfeldes. Ein gewisses Sicherheitsempfinden muss ebenfalls vorhanden sein. Das heißt, Gefahren innerhalb und im unmittelbaren Umfeld des Gebäudes sollten minimiert werden. Hinzu kommen aber auch Kriterien wie die Vermeidung von strengen Gerüchen, Feuchteschäden, Überhitzung im Sommer, die zur Innenraum- und damit zur Wohlfühlqualität beitragen.
  • Standortqualität: Die Standortqualität bewertet einerseits das Image des Standortes, seine Verkehrsanbindung und Einrichtungen und Objekte, die für die Bewohner beziehungsweise Nutzer der Immobilie interessant sein könnten. Andererseits wird auch die sogenannte „Ausstrahlung“ oder der „Einfluss auf das Quartier“, also die Wirkung der Immobilie auf das Umfeld, eingeschätzt. Initiativen wie Urban-Farming-Projekte können hierbei positiv ins Gewicht fallen. 
  • Technische Qualität: Die technische Qualität schließt Kriterien wie Schallschutz, die Beschaffenheit der Außenhülle sowie deren Reinigungsfreundlichkeit mit ein. Weiterhin ist wichtig, ob sich der Rückbau und das Recycling des Gebäudes leicht managen lassen.
  • Prozessqualität: Dieser Punkt bezieht sich auf die Bauplanung und Bauausführung, die zu einer verbesserten Qualität der Immobilie führen soll. Wenn die Öffentlichkeit und Anwohner darüber hinaus in den Bau einer Immobilie mit einbezogen wird, kann dies zu mehr Akzeptanz, zur Konfliktvermeidung sowie zu einer besseren Bewertung beitragen.

Hierbei handelt es sich lediglich um einen kleinen Ausschnitt eines großen Anforderungskatalogs, der sich zum Beispiel auf kleine Wohnimmobilien anwenden lässt und einen ungefähren Einblick in die Kriterien der DGNB Zertifizierung geben soll. Für andere Immobilienarten und vor allem für größere Gebäude müssen Sie weitaus mehr Anforderungen erfüllen.

DGNB-zertifiziertes Gebäude – Wie wird bewertet?

Für jedes dieser Themenfelder müssen Sie die spezifischen, von der DGNB festgelegten Zielvorgaben erreichen. Letztendlich bleibt es allerdings Ihnen überlassen, wie Sie diese Werte erzielen. Für jedes einzelne Kriterium innerhalb dieser Bereiche können Sie bis zu zehn Punkte erhalten.

Nicht jedem Themenfeld misst die DGNB jedoch eine gleich hohe Bedeutung bei: Die Standortqualität spielt bei der Gesamtbewertung zum Beispiel keine maßgebliche Rolle. In den Bereichen Ökologie, Ökonomie, Soziales und Technik sind jeweils Werte von bis zu 22,5 Prozent möglich, bei der Prozessqualität ein Wert von zehn Prozent. Eine Bronze-Auszeichnung erhalten Sie ab einem Ergebnis von 50 Prozent, Silber ab 65 Prozent und Gold ab 80 Prozent. 

Vorteile einer DGNB-Zertifizierung

Auch wenn die Voraussetzungen für einer DGNB Zertifizierung sehr anspruchsvoll sind und die möglichen Kandidaten streng kontrolliert werden, sind die offensichtlichen Vorteile nicht von der Hand zu weisen:

  • Unternehmen erhalten das umweltbewusste Image einer sogenannten Corperate Social Responsibility, mit der sie werben können.
  • Der Wert der Immobilie erhöht sich: Das Gebäude kann zu einem höheren Wert verkauft oder höhere Mieten können verlangt werden. Leerstände und damit Mietausfälle bleiben häufiger aus und kontinuierliche Einnahmen sind garantiert.
  • Kosten für den Betrieb und für die Instandhaltung können sich verringern.
  • Diverse steuerliche Vorzüge sowie günstige Finanzierungsmöglichkeiten und Fördermittel sind möglich.
  • Geringer negativer Einfluss auf die Umwelt und positiver Auswirkungen auf die Gesundheit der Immobilienbesitzer bei Eigennutzung oder Mieter ist die Folge.

Die diversen Vorteile eines solchen Zertifikats können Sie, je nachdem, welche Art von Immobilie Sie bauen oder sanieren, sowohl sofort als auch in ferner Zukunft genießen.

Wie Schiefer helfen kann

Schiefer als Schieferdach oder Schieferfassade kann Ihnen bei einer DGNB-Zertifizierung helfen. Der Naturstein ist ökologisch abgebaut, problemlos recyclebar und hat eine Lebensdauer von bis zu 100 Jahren.

Hinzu kommt, dass das Material hervorragende Qualitäten besitzt. Schiefer ist leicht zu reinigen, wärmedämmend und natürlich.

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Foto: @ Rathscheck Schiefer