Das Satteldach als Dachform für das neue Haus

Satteldach_Rathscheck SchieferWenn Sie ein Haus neu bauen, stehen Sie irgendwann zwangsläufig vor der Frage, welche Art von Dach Sie haben möchten. Dabei zählen Details wie Dachdeckung, Farbe oder Gauben anfangs nicht, denn zuerst müssen Sie sich überhaupt für eine Dachform entscheiden.

Vielleicht mögen Sie es lieber minimalistisch mit einem Flachdach, barock mit einem Mansarddach oder klassisch mit Satteldach.

Wenn Sie Ihr Haus mit Satteldach ausstatten, haben Sie fast unbegrenzte Möglichkeiten, individuell mit Dachneigung, Traufhöhe oder Dachdeckung zu experimentieren. Klassisch bedeutet nicht gleich altbacken, was moderne Häuser mit Satteldach beweisen.

Wie sieht das Satteldach aus?

Das Satteldach hat einen simplen Aufbau: Zwei gerade, einander entgegengesetzt geneigte Dachflächen sind an der höchsten Stelle, dem Dachfirst, miteinander verbunden. Entsprechend der Satteldach-Neigung können die Dächer fast flach bis exorbitant spitz sein. Je nach Neigung haben Satteldächer unterschiedliche Namen:

Dachformen und Dachneigungen_Rathscheck Schiefer

Ist eine der beiden Dachflächen länger als die andere, wird das Dach als asymmetrisches Satteldach bezeichnet.

Der Neigungsgrad des Dachs richtet sich zum Teil auch nach dem Standort Ihres Hauses. Haben Sie häufiger mit heftigem Wind und Regenfällen zu tun, sollten Sie eine Satteldachkonstruktion mit hohem Neigungsgrad haben. So sammelt sich kein Wasser auf dem Dach und Nässe trocknet schnell. Wohnen Sie jedoch in einer Gegend, in der es oft Schnee gibt, empfiehlt sich eine geringe Satteldach-Neigung. So verhindern Sie das plötzliche und gefährliche Abrutschen von Lawinen.

 

Wie ist ein Satteldach aufgebaut?

Beim Aufbau wird zwischen Sparrendach oder Pfettendach unterschieden.

Das Sparrendach wird aus Holz gefertigt und gilt als eine der ältesten Dachkonstruktionsformen in Nordeuropa. Es setzt sich aus mehreren in Firstrichtung gestaffelten Sparrenpaaren zusammen. Zusammen mit den Fußpunktkonstruktionen bilden sie einen Dreieckrahmen.

Die Last des Daches liegt ausschließlich auf den Sparren. Da es deswegen keine Stützen gibt, die in den Dachraum hineinragen, kann der gesamte Raum als Wohnraum genutzt werden beziehungsweise anderweitig ausgebaut werden. Je steiler die Satteldach-Neigung, desto geringer der Holzverbrauch des Dachstuhls.

Das Pfettendach ist ebenfalls eine Holzkonstruktion. Aus dem ursprünglichen Dachkonstrukt für Flachdächer hat sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts eine Konstruktionsweise für Satteldächer entwickelt. Genau wie das Sparrendach besteht das Pfettendach aus hintereinander aufgereihten Sparrenpaaren.

Die Holzkonstruktion wird zusätzlich durch die sogenannten Pfetten, also waagerechte Träger, gestützt. Sie liegen auf den Sparren und tragen die Last nach unten ab. Die Sparren eines Pfettendachs können deswegen weiter auseinanderliegen als die Sparren eines Sparrendachs. Entscheiden Sie sich für das Pfettendach als Dachkonstruktion, dann können Sie so problemlos große Dachgauben bauen.

 

Wie lässt sich ein Satteldach eindecken?

Sie können Satteldächer grundsätzlich mit jeder Art der Dachdeckung eindecken. Das heißt, sowohl weiche als auch harte Deckungen sind möglich, ebenso Naturprodukte oder Kunststeine. Bei der Art der Dachdeckung kommt es auf den Standort Ihres Hauses an sowie auf die Satteldach-Neigung. Die meisten Deckungsformen brauchen eine Mindestneigung von 22 Grad. Auch die Verlegetechnik ist Ihnen überlassen, da das Satteldach als Allrounder alle Varianten unterstützt.

Gerade moderne Häuser mit Satteldach setzen auf eine Dachdeckung aus Schiefer, da der Naturstein besonders ökologisch wertvoll ist und Ihrem Haus eine edle Optik verleiht. Zudem steigert eine Dachdeckung aus Schiefer den Wert Ihrer Immobilie. 

Das Gerücht, dass Schieferdächer teurer sind als Tondächer, hält sich hartnäckig. Da Schieferdächer allerdings eine hohe Lebensdauer besitzen und seltener gewartet werden müssen, relativieren sich die Kosten schnell.

Dank des neuartigen Rathscheck Schiefer-Systems können Sie Schiefer außerdem weitaus kostengünstiger decken. Das patentierte System funktioniert wie folgt:

  1. Metalltragprofile werden zu einem simplen Gitterraster zusammengefügt und am Dachstuhl befestigt.
  2. In das Gitter werden wasserführende Verbinder eingehängt, die einfach einrasten
  3. Auf den Verbindern werden die Schieferplatten mithilfe von Stahlklammern fixiert.

Da die Schiefer sich kaum überlappen, brauchen Sie weniger Material als bei herkömmlichen Verlegungstechniken, wodurch Ihr Dachaufbau leicht und preisgünstig ist. Ein weiterer Vorteil des Rathscheck Schiefer-Systems ist, dass Solarpaneele direkt in die Dachdeckung integriert werden können. Dadurch entfällt die ästhetisch wenig attraktive Installation von Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach.

Moderne Häuser haben zudem oft eine Fassadendeckung aus Schiefer. Es ist auch möglich, Satteldach und Hausfassade aus Schiefer fließend ineinander übergehen zu lassen. So entsteht ein einzigartiges, schlicht-elegantes Haus.

Welche Vor- und Nachteile bietet es, ein Haus mit Satteldach zu bauen?

Dank des einfachen Dachstuhlaufbaus ist ein Haus mit Satteldach – unabhängig der Dachdeckung –  preisgünstig zu bauen. Hinzu kommen noch weitere Vorteile:

  • Satteldächer sind durch ihren Aufbau auch bei geringem Neigungswinkel besonders witterungsbeständig
  • der Gestaltung mit Farben, Details oder durch Verlegungstechniken sind kaum Grenzen gesetzt
  • Naturmaterialien zur Dachdeckung sorgen für ein besonders umweltfreundliches Dach
  • Häuser mit Satteldach müssen selten gewartet werden

Nachteile eines Satteldachs sind: 

  • als Beleuchtung sind lediglich Dachfenster oder Giebel möglich
  • Wohnraumverlust durch Schrägen

Der Wohnraumverlust kann jedoch durch den Bau von Gauben ausgeglichen werden. Gauben bieten zudem den Vorteil, dass Sie Fenster zur zusätzlichen Beleuchtung einbauen können.

 

Kann das Satteldach als Dachform für das Einfamilienhaus genutzt werden?

Satteldächer werden häufig als Bedachung für Mehrfamilienhäuser verwendet, da sie durch ihre steile Neigung die Möglichkeit einer Mansardenwohnung bieten. Außerdem verfügen sie über eine schlanke Form und eignen sich daher in dichtbesiedelten Gebieten.

Aber auch ein Einfamilienhaus mit Satteldach ist keine Seltenheit. Moderne Neubauten erhalten einen traditionellen Touch, klassisch gehaltene Neubauten wirken sofort besonders wohnlich und gemütlich. Das Haus mit Satteldach bietet Familien den Vorteil, dass zusätzlicher Wohnraum geschaffen wird, der, je nach Höhe des Kniestocks, nicht zur Quadratmeteranzahl der Wohnfläche des Hauses dazu gehört. Dadurch wird der Hausbau kostengünstiger.

Bautrends, die in einigen Jahren nicht mehr up-to-date sind, können schnell an Reiz verlieren. Unter Umständen stören sie sogar das Bild der Nachbarschaft und fallen unangenehm auf. Aber ein Einfamilienhaus mit Satteldach ist ein zeitloser Klassiker, der nie aus der Mode kommt.

 

© Bild: Rathscheck Schiefer