Dachformen – welches Dach passt zu Ihrem Haus?

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Die Dachform ist ein wichtiges architektonisches Element in der Struktur Ihres Hauses. Es hat sowohl einen ästhetischen als auch einen statischen Anspruch. Der Dachaufbau ist dafür verantwortlich, die Lasten, zum Beispiel der Dacheindeckung oder von Schnee, gleichmäßig auf das Gebäude zu verteilen und abzuleiten. Je nach Grundriss und erforderlicher beziehungsweise gewünschter Dachneigung haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Die gängigsten Dachformen fürs Haus sind das Satteldach, das Walmdach und das Pultdach. Sie erfahren in diesem Beitrag, worin sich die Dachformen unterscheiden. Außerdem erläutern wir Ihnen in einer Übersicht, welches Dach für welche Einsatzmöglichkeiten geeignet ist.


Welche Dachformen gibt es?

Sicherlich ist Ihnen bewusst, dass es viele verschiedene Dachformen gibt. Aber wie unterscheidet sich eigentlich die Dachneigung eines Satteldachs von einer Mansarddach-Konstruktion? Wir wollen Ihnen im Folgenden eine Übersicht der beliebtesten Dachformen vorstellen. So informiert können Sie sich Ihr Dach formen, wie Sie es sich wünschen - und wie es bautechnisch möglich ist.


1. Satteldach

Das Satteldach findet sich auf den meisten Häusern in den kalten und gemäßigten Zonen. Es besteht aus zwei schräg abfallenden Dachflächen, die sich gegenüberliegen und im First, der höchsten waagerechten Kante des Daches, treffen. Diese Dachform kann einfach konstruiert werden, sie verzichtet auf Details und setzt auf eine geradlinige, rechteckige Bauweise.

Wie auch alle anderen verschiedenen Dachformen schützt es vor Wind und Wetter. Die Nachneigung des Satteldachs hat jedoch nicht nur etwas mit persönlichem Geschmack zu tun, sondern auch mit der Wetterlage sowie der Region, in der Sie wohnen. In Gegenden mit besonders viel Regen sind die Dächer steiler, in Regionen mit Schnee, wie in den Alpen, eher flach. Damit wird ein unkontrolliertes Abrutschen der Schneemassen verhindert.

Namentlich unterscheiden sich die Unterformen des Satteldaches folgendermaßen:

  • Bis zu einer Dachneigung von weniger als 30° spricht der Dachdecker von einem flachen Satteldach.
  • Wenn das Satteldach eine Neigung von 45° erreicht, heißt es neudeutsches Dach oder Winkeldach.
  • Ein gotisches oder altdeutsches Dach hat eine Neigung von 62°.
  • Weist das Dach die Form eines gleichseitigen Dreiecks mit einem Neigungswinkel von 60° auf, wird es als altfränkisches oder altfranzösisches Dach bezeichnet.

Als Dachaufbau für ein Satteldach dient ein Sparren- oder Pfettendach. Dabei handelt es sich um eine Unterkonstruktion aus parallel angeordneten Holzbalkenpaaren, die vom First zur Traufe verlaufen. Das Pfettendach wird durch horizontale Balken verstärkt. So lassen sich größere Spannweiten überbrücken.


2. Walmdach

Neben dem Satteldach ist das Walmdach eine der häufigsten Dachformen. Es charakterisiert sich durch abfallende Dachflächen auf der Giebelseite. Diese werden Walm genannt. Wenn der Walm den Giebel komplett ersetzt, reicht die Dachfläche vom First bis hinab zur Traufbohle beziehungsweise Regenrinne der längsseitigen Dachflächen. Dies kann nur auf einer Giebelseite des Daches der Fall sein oder auf beiden. Eine Sonderform stellt das Zeltdach dar. Hier gibt es keinen Giebel mehr, die Kanten der Dachflächen treffen sich in einer Spitze.

Zur Haus-Dachform der Walmdächer gehören verschiedene Unterformen:

  • Der sogenannte Krüppelwalm wird regional abhängig auch als Halbwalm, Kröpelwalm, Schopfdach oder Schopfwalm bezeichnet. Das Dach des Hauses nimmt oberhalb des Giebels eine Trapezform an.
  • Entsteht die zusätzliche Dachfläche auf der unteren Seite des Giebels, handelt es sich um einen Fußwalm.
  • Der Niedersachsengiebel bildet eine Zwischenform mit einer aufwendigen Konstruktion: Die geneigte Dachfläche fängt weder an der Firstkante des Hauptdaches an, noch schließt sie mit der Traufe ab.

Für das Walmdach als Konstruktion dient ein Pfettendach. Wie oben erläutert, setzt es sich aus den Sparren, den vertikalen Holzbalken, und den Pfetten, den horizontalen Balken, zusammen. Außerdem kommen sogenannte Schifter zum Einsatz, welche die Steifigkeit des Dachtragwerks weiter erhöhen.


3. Pultdach

Das Pultdach besteht lediglich aus einer geneigten Dachfläche, die am Dachfirst beginnt und an der Traufe endet. Historisch gesehen nutzten Architekten diese Dachform, um angegliederte Gebäudeteile zu überdachen, wie Erker, Anbauten oder die Seitenschiffe einer Basilika. Im 20. Jahrhundert fand das Pultdach vor allem auf industriellen Bauten Anwendung: Garagen, Lagerhallen und Produktionsstätten. In der modernen Architektur wird das Pultdach zunehmend für Wohngebäude eingesetzt. Durch die geringe Neigung des Pultdaches kann die oberste Etage als Vollgeschoss genutzt werden.

Auch hier gibt es eine Sonderform: das sogenannte Ringpultdach. Es besteht aus kreisförmig angeordneten, schwach geneigten Dachflächen. Sie bilden am oberen und unteren Rand jeweils einen Ring. Sie werden insbesondere für repräsentative und sakrale Bauten eingesetzt.

Ein einfaches Sparrendach bildet den Dachaufbau für ein Pultdach. Diese Dachform ist mit geringem Konstruktionsaufwand verbunden und daher kostengünstig.


4. Mansarddach

Die Dachform des Mansarddachs charakterisiert sich durch abgeknickte Dachflächen. Die untere Seite weist eine steilere Neigung als die darüberliegende auf. Damit kann zusätzlicher Raum für die sogenannten Mansardenwohnungen entstehen. Diese Art der Dachformen für Häuser wurde im Barock entwickelt und insbesondere vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert angewendet. In Deutschland gilt das Mansarddach als Ausdruck des bürgerlichen Barocks. Es erlebte eine Renaissance in den 1980er und 1990er Jahren. Viele Hauseigentümer im Siedlungsgürtel von Großstädten entschieden sich für diese Dachform.

Die Mansarddach-Konstruktion besteht im unteren Teil aus einem verstärkten Sparrendach und im oberen Teil aus einem einfachen Sparrendach. Es handelt sich hierbei um eine aufwendige Bauweise, die sehr anfällig ist.

5. Sheddach

Die Form des Sheddachs lässt sich am besten als mehrere, nacheinandergereihte Pultdächer beschreiben, was dem Sheddach die (Fisch-)Schuppen-Form verleiht, nach der es benannt ist. Ein Sheddach finden Sie häufig für Fabrikgebäude oder Lagerhallen, denn diese Dachform lässt sehr viel Licht zu. Für Eigenheime ist die Form weniger geläufig, jedoch nicht unmöglich.

Von Aluminium bis Schiefer – welche Materialen eignen sich für welches Dach?

 Im Grunde eignet sich jedes gängige Material zur Eindeckung eines geneigten Dachs. Schwere Baustoffe benötigen jedoch ein stärker geneigtes Dach, um die Last gleichmäßig verteilen zu können. Bei Schiefer beträgt die vorgeschriebene Dachneigung beispielsweise 22°-25°. Einen umfangreichen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten der Dacheindeckung finden Sie in unserem Blogartikel über Dachbaustoffe.


Welche Dachform eignet sich für welches Haus?

Die verschiedenen Dachformen haben individuelle Vor- und Nachteile. In der nachfolgenden Tabelle erläutern wir Ihnen übersichtlich, für welche Gebäudetypen und Einsatzmöglichkeiten die jeweiligen Dachformen geeignet sind. Außerdem erklären wir Ihnen, warum das so ist.

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Wie viel kostet welche Dachform?

Je einfacher die Unterkonstruktion, desto geringer sind die Kosten für das Dach Ihres Hauses. Deshalb gehören Pultdach und Satteldach zu den preisgünstigen Dachformen fürs Haus. Der Dachaufbau eines Satteldaches ist vergleichbar simpel, nur das Flachdach ist einfacher zu konstruieren. Kein Wunder also, dass sich das Satteldach zum Klassiker entwickelt hat. Das Walmdach hingegen ist je nach Konstruktion aufwendiger und damit teurer.

Als am kostenintensivsten gilt das Mansarddach. Hinzu kommen die Aufwendungen für die gewählte Dacheindeckung: Schiefer ist sehr langlebig und stilvoll, hat jedoch einen höheren Preis als beispielsweise Betonziegel oder Aluminiumplatten. Lassen Sie sich am besten von einem Fachmann beraten, um die richtige Entscheidung zu treffen.

Der Preis eines Dachs hängt natürlich auch davon ab, ob Sie eine Dachgaube einbauen, ein Ausstiegsfenster möchten oder einen verlängerten Dachüberstand bevorzugen. Dachgauben eignen sich besonders bei flacheren Dächern, um mehr Wohnraum unter dem Dach zu schaffen.

Übrigens: Wussten Sie, dass Sie für viele Sanierungsmaßnahmen am Dach Fördermittel beantragen können? Es gibt über 1.000 verschiedene Programme, die Sie mit zinsgünstigen Krediten, Investitionszulagen oder Boni unterstützen, wenn Sie die Energieeffizienz Ihres Hauses erhöhen wollen.

 

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Bild: © Rathscheck Schiefer