Dachdeckung - Definitionen, Arten & Ablauf

Dachdeckung_Rathscheck Schiefer

Bei einem Hausneubau, nach schweren Stürmen oder Bränden ist es oft nötig, das Dach teilweise oder vollständig zu decken. Dabei stellen Sie sich als Hausbesitzer sicherlich die Frage, welche Möglichkeiten bei der Dacheindeckung zur Verfügung stehen, wie teuer eine Dachdeckung ist oder wie eine Dacheindeckung abläuft.

Erfahren Sie hier, worauf es bei der Dachdeckung zu achten gilt, damit Ihr Dach jahrelang den Witterungen trotzt.


Was ist die Dachdeckung?

Der Begriff Dachdeckung oder Dacheindeckung beschreibt die äußerste Schicht des Dachs, die gegen Witterung schützt. Sie wird vom Dachstuhl beziehungsweise der Dachkonstruktion getragen, aber die Dachplatten, die zur Dacheindeckung notwendig sind, sind nicht direkt auf dem Dachstuhl befestigt. Sie hat nichts mit der Dämmung des Dachs zu tun.

Bevor die Dachplatten oder Ziegel durch Dachdecker angebracht werden können, muss eine Unterkonstruktion aufgesetzt werden. Diese gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, wie etwa als Unterspannbahn, Dachschalung oder Dachpappe. Dieses Unterdach bildet die zweite Schicht der eigentlichen Dachdeckung, die zur Wasserableitung gedacht ist.


Tipp: Je nach Projektaufwand und Bundesland muss eine Dachdeckung der kommunalen Bauaufsichtsbehörde gemeldet werden. Die Antragsstellung dauert mindestens vier Wochen bei kleinen Projekten, weshalb Sie sich rechtszeitig erkundigen sollten.



Wichtig ist es, zwischen Dachdeckung und Dachabdichtung zu unterscheiden. Eine Dachabdichtung ist die äußerste Schicht der Dachhaut eines Flachdachs. Dieses wird nicht mit Dachplatten bedeckt, sondern mit Bahnen aus unterschiedlichen Materialien isoliert. Eine Dachabdichtung kommt zum Beispiel auch bei einem Carport oder bei Garagen zum Einsatz. Garagendächer können jedoch auch an die Optik des Hauses angepasst werden und bedürfen dann einer Dacheindeckung mit Dachplatten.

Welche Materialien können für die Dachdeckung verwendet werden?

Grundsätzlich wird in der Dachdeckung zwischen harten und weichen Deckungen sowie natürlichen und künstlichen Materialien unterschieden.

Natürliche Dachdeckungsmaterialien:

  • Reet
  • Stroh
  • Gras
  • Holz
  • Ton
  • Schiefer
  • Bambus
  • Sandstein

Künstliche Dachdeckungsmaterialien:

  • Beton
  • Faserzement
  • Metall
  • Kunststoff
  • Glas
  • Photovoltaik/Solar

Als harte Deckungen werden solche bezeichnet, die laut Norm strahlende Wärme und Feuer aushalten können. Das bedeutet, dass solche Dächer langsamer oder gar kein Feuer fangen, sollten Nachbarhäuser in Brand geraten. Häuser mit weicher Deckung müssen einen größeren Sicherheitsabstand zu Nachbargrundstücken einhalten. Sie sollten sich deswegen vor einer Neueindeckung Ihres Dachs darüber bewusst sein, welche Möglichkeiten der Dacheindeckung in Ihrem Fall sinnvoll und erlaubt sind.

Außerdem ist das Material Ihrer Dacheindeckung auch vom Neigungsgrad Ihres Dachs abhängig:

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Durch das Einhalten des Mindestdachneigungswinkels wird die Regensicherheit gewährleistet, sodass Ihr Haus bestmöglich vor Witterungen geschützt ist. Mithilfe eines regendichten Unterdachs können Sie die Materialien aber auch auf einem geringeren Neigungswinkel anwenden.

Welches Material Sie für die Deckung verwenden, kann aber auch von regionalen Gegebenheiten abhängen. Im Münsterland werden Häuser traditionell mit roten Tondachziegeln gedeckt, wohingegen im Sauerland Schiefer vorgezogen wird. Mittlerweile verschwimmen regionale Grenzen jedoch auch, sodass Sie überall auf jegliches Material treffen.

Welches sind die gängigsten Materialien?

Am häufigsten zur Dachdeckung genutzt werden:

  1. Betondachsteindeckung
  2. Tondachziegeldeckung
  3. Schieferdeckung

Alle drei Materialien gehören zur Kategorie der Hartdeckung, wodurch der Sicherheitsabstand zu Ihrem Nachbarhaus geringer sein muss. Sie eignen sich deswegen gut für Wohnhäuser in Stadtgebieten.

Betondachstein ist unter den drei Materialien die günstigste Variante. Die seit Mitte des 19. Jahrhunderts geläufige Variante ist durch die energiesparende und emissionsarme Herstellung umweltfreundlich. Ein Betondachstein ist besonders hart und frostbeständig, weswegen er eine hohe Langlebigkeit besitzt. Er ist trittsicher sowie bruchfest und lässt sich durch seine serielle Herstellung problemlos austauschen. Allerdings altert er schnell und neigt zu Kalkausblühungen sowie Moosbewuchs. Zudem ist das Material nicht natürlich.

Sowohl alle Dachziegel-Arten aus Ton als auch Schieferplatten sind reine Naturprodukte. Dadurch altert die Dachdeckung natürlich und schön und bedarf keiner zusätzlichen Dachbeschichtung. Tondachziegel bieten den Vorteil, dass die Dachpfannen auch bei geringer Dachneigung verlegt werden können. Dank ihrer besonderen Falztechnik sind sie nicht nur rutschfest, sondern auch ein guter Schutz vor Regen und Schmutz. Ihre spezielle Versiegelung verhindert Moosbewuchs sowie die Ablagerung von Schmutz. Als Naturprodukt sind die Tondachziegel schwieriger auszutauschen.

Schiefer, genauso wie Ton, wird bereits seit Jahrhunderten als Dachdeckungsmaterial genutzt. Ein Schieferdach ist vielfältig und zudem ökologisch wertvoll.

Warum ist Schiefer als Material so vorteilhaft?

Der Vorteil von Schiefer gegenüber anderen Dacheindeckungsmaterialien ist, dass es besonders nachhaltig ist. Anders als Ton-Dachpfannen oder Beton hat ein Schieferdach eine Haltbarkeit von mehr als 100 Jahren.

Durch die zeitlose Klassik des Materials ist es außerdem einfach, nachträgliche Modernisierungen am Haus durchzuführen. Schiefer harmoniert ästhetisch mit Glas, Beton oder auch Stahl, wodurch Sie in der Wahl Ihrer Dekorationen und Renovierungen nicht eingeschränkt sind. Eine Schieferdeckung ist zudem nachhaltig entsorgbar, sollte eine Schieferplatte einmal ausgetauscht werden müssen.

Das Naturmaterial kann, je nach Dachneigung und persönlichen Vorlieben, in vielen verschiedenen Varianten gelegt werden, sodass Sie auch durch die hohe Farbauswahl ein individuelles Dach gestalten können. Die verschiedenen Verlegetechniken sind materialsparend, sodass die Dachdecker weniger Schieferplatten benötigen, um Ihr Dach zu decken. Dadurch ist eine Schieferdeckung preisgünstig. Besonders das neue Rathscheck Schiefer-System zeichnet sich durch seine rationelle Verlegetechnik aus.
 

Was ist das Rathscheck Schiefer-System?

Das patentierte Rathscheck Schiefer-System ist eine neue, effiziente und materialsparende Art der Schieferdeckung. Die individuellen Schieferplatten werden mittels eines Verbinders zusammengeführt, durch den die Doppelverlegung von Schiefer nicht mehr notwendig ist.

Mit dem Rathscheck Schiefer System haben Sie zudem den Vorteil, dass sich die Solarpaneele in die Struktur des Daches einbauen lassen. Dadurch entfällt die unästhetische Installation auf dem Dach.

Die schnelle und preisgünstige Variante der Dacheindeckung zeichnet sich zudem auch dadurch aus, dass sie ein geringes Gewicht hat und somit den Dachstuhl nur geringfügig belastet. Außerdem können Schieferplatten dank des Rathscheck Schiefer-Systems auf Dächern mit geringer Neigung angebracht werden.
 

Wie läuft die Dachdeckung ab?

Wenn Sie ein Dach komplett neu decken lassen, brauchen die Dachdecker eine geeignete, tragfähige Unterkonstruktion. Weder die Schieferdeckung noch Dacheindeckungen mit Tonziegel oder Betondachstein werden direkt auf dem Dachstuhl befestigt. Ziegel und Steine werden auf Querbalken eingehängt, Schieferplatten auf einer Schalung oder Lattung befestigt.

Es gibt unterschiedliche Arten, Schieferdächer zu decken. Einige Varianten sind:

  • Rechteck-Doppeldeckung
  • Altdeutsche Deckung
  • Schuppendeckung
  • Wilde Deckung


Doch egal, für welche Deckung oder welches Material Sie sich entscheiden, es ist wichtig, dass Sie Ihr Dach vorher dämmen. Das Dämmmaterial wird dafür entweder unter, zwischen oder auf den Dachsparren befestigt. Hierbei kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz, die sich durch Wärmespeicherfähigkeit, Kosten und Schwierigkeitsgrad der Installation unterscheiden.

 

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© Bild: Rathscheck Schiefer