Dachdecken – mit welchen Kosten muss ich rechnen?

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Mit dem Errichten des Dachstuhls sind die Rohbau-Arbeiten an einem Neubau in der Regel abgeschlossen und ein gewaltiger Schritt in Richtung neues Eigenheim ist getan. Damit es an dem neu errichteten Gebäude nicht schon in der Bauphase zu Schäden durch Witterungseinflüsse kommt, wird im Anschluss so schnell wie möglich die Dacheindeckung ausgeführt.

Um unnötige Verzögerungen in der Bauphase zu vermeiden, sollten Sie sich bereits in einer frühen Phase des Ausbaus Gedanken über die Art der Dacheindeckung machen. Ebenso von Bedeutung ist das zur Verfügung stehende Budget. In diesem Artikel erfahren Sie, wie sich die Kosten für ein neues Dach zusammensetzen und welche Materialien für eine Dacheindeckung infrage kommen.

Welche Arbeiten müssen ausgeführt werden?

Haben die Zimmerleute ihre Arbeiten am Dachstuhl beendet, tritt der Dachdecker in Aktion. Die Arbeit am Dach beginnt mit dem Herstellen einer weitgehend luftdichten Lage, die nach dem Ende der Baumaßnahmen das Eindringen von Raumluft in die Dachdämmung verhindern soll.

Anschließend wird die Dämmung unter, zwischen oder über den Sparren verlegt. Den Abschluss der Dämmung bildet eine Unterspannbahn, die den Feuchtigkeitshaushalt des Gebäudes zur Umgebung hin reguliert. Handelt es sich bei dem Dach um eine zweischalige Bauweise, folgen die Konterlattung und die Traglattung. Den Abschluss bildet schließlich die Dachhaut, die aus den unterschiedlichsten Deckmaterialien bestehen kann. Bevor die Arbeit am Dach beginnen kann, müssen entsprechende Sicherungsmaßnahmen getroffen werden.

Aus diesen Faktoren setzen sich die Kosten für ein neues Dach zusammen:

  • Gerüstbau oder Nachrüsten des vorhandenen Gerüstes mit Netzen oder Gerüstschutzgittern
  • Dämmschicht mit luftdichter Hülle und Unterspannbahn
  • Unterkonstruktion, bestehend aus Konterlattung und Traglattung oder Schalung
  • Dachhaut
  • Entwässerungsmaßnahmen (Dachrinne, Fallrohr)
  • dachabhängige Zusatzmaßnahmen (Schneeschutzhaken, Dachkasten)

Die Kosten beim Dachdecken setzen sich aus einer Vielzahl von Posten zusammen, von denen jeder einzelne mehr oder weniger zu den gesamten Kosten des Dachbaus beiträgt. Je nach Qualität und Menge der benötigten Materialien können auch die später nicht mehr sichtbaren Maßnahmen wie eine effiziente Dämmung erheblich zu den Kosten eines Daches beitragen.

Gerüst

Wenn die Arbeiten an Ihrem Neubau Hand in Hand gehen, wird das Gerüst in den meisten Fällen bereits stehen und es werden keine zusätzlichen Kosten durch den Aufbau anfallen. Wenn das Gerüst keine Sicherungseinrichtungen wie ein Gerüstschutzgitter oder Netze, die für Dachdeckerarbeiten zugelassen sind, aufweist, muss nachgebessert werden. Ansonsten schlägt lediglich die Miete für das Gerüst zu Buche.

Dämmung

In Zeiten immer weiter steigender Energiekosten ist eine effiziente Dämmung ein entscheidender Faktor bei der Dachdeckung. Welchen Anteil an den Kosten beim Dachdecken die Dämmung hat, richtet sich nach der Art der Dämmung. Eine Möglichkeit, um die Kosten des Daches gering zu halten, ist die Dämmung der obersten Geschossdecke.

  • Dämmung der obersten Geschossdecke

Soll das Dachgeschoss nicht bewohnt und auch nicht beheizt werden, ist die Dämmung der obersten Geschossdecke eine finanziell attraktive Variante der Dämmung. Sie gilt laut Bauvorschriften als gleichwertiger Ersatz für eine Dachdämmung, ist jedoch in der Regel mit geringeren Herstellungskosten verbunden. Eine nicht begehbare Dämmung der obersten Geschossdecke kann die Kosten für das neue Dach im Vergleich zu anderen Möglichkeiten der Dämmung erheblich reduzieren.

  • Untersparrendämmung

Eine weitere Variante ist die Dämmung des Daches unterhalb der Sparren. Der Vorteil einer Untersparrendämmung liegt darin, dass sie vollflächig ausgeführt werden kann und es nicht zu unerwünschten Wärmebrücken kommt. Der Nachteil liegt in dem Verlust an Wohn- oder Stauraum unter dem Dach.

  • Zwischensparrendämmung

Bei der Zwischensparrendämmung kommt es nicht zum Verlust von Raumvolumen. Allerdings bilden die Sparren, zwischen denen die Dämmung verlegt wird, Wärmebrücken. In diesen nicht gedämmten Bereichen kommt es im Winter zum unerwünschten Entweichen von Heizenergie.

  • Aufsparrendämmung

Die effizienteste, aber auch teuerste Variante der Dachdämmung ist die Aufsparrendämmung. Das Dämmmaterial wird, ebenso wie bei der Untersparrendämmung, vollflächig verlegt. Volumenverluste im Dachgeschoss treten ebenso wenig auf wie die unerwünschten Wärmebrücken bei der Zwischensparrendämmung.

Unterkonstruktion

Die Unterkonstruktion eines zweischaligen Daches besteht aus einer Konterlattung, die über eine Unterspannbahn auf den Sparren angebracht wird. In diesem Bereich findet die Hinterlüftung der Dachhaut statt. Auf der Konterlattung folgt die Traglattung oder Schalung. Die Lattung dient zur Befestigung der Deckelemente wie Ziegel, Betonsteine oder Schiefer. Wird Schiefer oder ein anderes hochwertiges Material für die Dacheindeckung gewählt, kann die Lattung auch vollflächig als Schalung ausgeführt werden. Lattung oder Schalung bilden einen vergleichsweise kleinen Teil der Kosten beim Dachdecken.

Deckmaterial

Während durch die Eindeckung mit Tondachziegeln oder Betondachsteinen vergleichsweise geringe Kosten bei der Dachdeckung entstehen, ist eine Dachhaut aus Blech oder Schiefer in der Anschaffung etwas teurer. Die geringen Mehrkosten eines Schieferdaches amortisieren sich jedoch schnell, gerade mit Hinblick auf die lange Lebensdauer eines Schieferdaches sowie den geringen Wartungsaufwand.

Welche Vorteile bietet ein Schiefer-Dach?

Neben der Frage, was ein neues Dach kostet, stehen für viele Bauherren Aspekte wie Langlebigkeit, ökologische Aspekte und Wartungsaufwand im Mittelpunkt der Planung für ihr neues Dach. In Sachen Langlebigkeit ist Schiefer als Deckmaterial kaum zu schlagen. Ein Schieferdach bringt es bei fachgerechter Verlegung auf eine Lebensdauer von 100 Jahren und teilweise sogar deutlich mehr. Deswegen ist Schiefer auch in moderner Architektur häufig zu finden.

Während es an Ziegeldächern bereits nach wenigen Jahren zur Grünbildung und unschönen Verfärbungen kommt, ist die Anfälligkeit eines Schieferdaches gegenüber Verschmutzungen gering. Kommt es dennoch zum Wachstum von Algen, Flechten oder Moos, lässt sich der Biofilm in aller Regel unproblematisch entfernen.

Welche Kosten entstehen beim Dachdecken sonst noch?

Weitere Kosten beim Dachdecken entstehen durch die Entwässerung über Dachrinnen und Fallrohre sowie das Anschließen der Fenster, des Schornsteins und anderer Durchdringungen. Darüber hinaus muss der Überstand eines Daches gegen angreifenden Wind gesichert werden. Dazu wird zwischen Traufe und Außenwand beziehungsweise zwischen Ortgang und Giebelwand ein Dachkasten hergestellt. Der Dachkasten besteht aus einer Unterkonstruktion und Paneelen aus Holz, Holzwerkstoffen oder Kunststoff.

Die Frage, was ein neues Dach kostet, richtet sich in erster Linie nach den Ansprüchen an die Dämmung und die Langlebigkeit einer Dacheindeckung. Wer bereits in der Bauphase etwas mehr Geld für die Kosten des Dachdeckens einplant und sich beispielsweise für ein hochwertiges Schieferdach entscheidet, hat gute Chancen, lange Freude an seinem neuen Dach bei nur geringem Wartungsaufwand zu haben.

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Foto: @ Rathscheck Schiefer